Manchmal funktioniert’s einfach nicht. Leviatán hat Daniel ‚Rossy‘ Abedrabbo nach nur wenigen Monaten wieder vor die Tür gesetzt. Der Move kommt nicht überraschend – die argentinische Organisation dümpelt in VCT Americas rum, sammelt mehr Niederlagen als Siege und braucht dringend einen Neustart. Für Rossy ist es der nächste Rückschlag in einem Jahr, das alles andere als nach Plan gelaufen ist.
Rossy kam im Mai 2025 zu Leviatán, nachdem Cloud9 ihn Ende 2024 fallen gelassen hatte. Fünf Monate Pause zwischen den Teams, dann nur wenige Monate bei Leviatán – das sieht nicht gerade nach einer Erfolgsgeschichte aus. Seine eigene Einschätzung auf X klingt resigniert: „Es war ein hartes Jahr für mich, ich hatte sehr einzigartige Umstände.“ Übersetzung: Es lief beschissen, aber er versucht, positiv zu bleiben.
Leviatán kämpft ums Überleben in VCT Americas
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Platz 10 von 12 Teams in VCT Americas Stage 1, frühes Aus nach Platz 5 in der Gruppenphase. Das ist nicht das Niveau, auf dem sich ein Partner-Team in der VCT bewegen sollte. Besonders schmerzhaft: Die Niederlage gegen KRÜ Esports im EWC 2025 Americas Qualifier, wo sie nur Platz 7 erreichten.
In Stage 2 läuft’s bisher gemischt. Siege gegen MIBR und KRÜ Esports zeigen, dass das Potenzial da ist. Die Niederlagen gegen NRG und LOUD machen aber klar: Gegen die Top-Teams der Region reicht es hinten und vorne nicht. Leviatán schwimmt irgendwo im Mittelfeld und kämpft darum, überhaupt relevant zu bleiben.
Das ist bitter für eine Organisation, die eigentlich zu den etablierten Namen in Lateinamerika gehört. Aber VALORANT verzeiht keine schwachen Phasen – wer nicht liefert, wird abgehängt.
Rossys schweres Jahr wird noch schwerer
Für Rossy persönlich ist die Trennung der nächste Schlag ins Gesicht. Von Cloud9 geflogen, fünf Monate ohne Team, bei Leviatán nur wenige Monate gespielt und jetzt wieder auf der Suche. In VALORANT Esports können solche Phasen Karrieren ruinieren, besonders wenn man nicht zu den absoluten Top-Stars gehört.
Seine Aussage „opportunities are opportunities“ klingt wie ein Mantra, mit dem er sich selbst Mut macht. Aber die Realität ist hart: Teams wollen Spieler, die sofort funktionieren. Wer eine Serie von gescheiterten Engagements hinter sich hat, muss doppelt so gut sein wie die Konkurrenz.
Immerhin ist er „unrestricted free agent“ – keine Buyout-Klauseln, keine komplizierte Vertragsgestaltung. Für Teams, die ein Risiko eingehen wollen, ist er verfügbar.
Was Leviatán jetzt machen muss
Mit KiNgg, tex, C0M, okeanos und Sato hat Leviatán immer noch fünf Spieler unter Vertrag – genug, um VCT Americas Stage 2 zu Ende zu spielen. Die Frage ist: Reicht das für die Playoffs? Und falls nicht: Wie geht’s danach weiter?
Die Organisation steht unter Druck. Partner-Teams in der VCT haben eine Verantwortung gegenüber der Region und den Fans. Wer dauerhaft underperformed, verliert Glaubwürdigkeit und Unterstützung. Leviatán braucht dringend Ergebnisse, sonst wird aus der aktuellen Krise ein langfristiges Problem.
Der Rossy-Kick zeigt: Sie sind bereit, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Aber Personnel-Changes allein lösen keine systematischen Probleme. Leviatán muss herausfinden, warum sie als Team nicht funktionieren – und das schnell.
VCT Americas wird immer brutaler
Die Region ist gnadenlos geworden. Teams wie NRG und LOUD setzen kontinuierlich Maßstäbe, neue Aufsteiger wie G2 Esports mischen die Hierarchien auf. Für Organisationen wie Leviatán wird es immer schwerer, mithalten zu können, ohne perfekte Entscheidungen zu treffen.
Der Rossy-Case zeigt auch: VALORANT Esports ist ein Business geworden. Sentimentalitäten gibt’s nicht, wenn die Ergebnisse fehlen. Teams trennen sich schneller von Spielern, Spieler wechseln häufiger die Organisation. Das macht die Szene professioneller, aber auch kälter.
Für Rossy bleibt zu hoffen, dass er eine neue Chance bekommt. Für Leviatán geht der Kampf um Relevanz in VCT Americas weiter. Mit oder ohne ihn.