Massenverabschiedung bei dem Marvel-Roster der Sentinels

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Champion zum Problemfall in wenigen Monaten
  2. Marvel Rivals kennt keine Gnade
  3. Wie Sentinels verbleibt
  4. Brutal, aber typisch für modernen Esports
Sentinels verlieren 4 Mitglieder: 3 Spieler und ein Analyst
Image credit: Sentinels Rivals via X / Linda Güster, Esports Insider Illustration

Sentinels machen nach den Ignite Mid Season Finals Schluss mit drei Stammspielern. Karova, Rymazing und SuperGomez gehen, nachdem das Team bereits in der ersten Lower Bracket-Runde gegen Citadel Gaming rausgeflogen ist. Und nicht nur das: Auch Analyst Anexile ist nicht mehr Teil des Teams. Für ein Team, das noch vor Monaten als Marvel Rivals-Champion gefeiert wurde, ist das ein ziemlicher Absturz.

Die drei Spieler waren seit März dabei und haben das Team zum Season 1-Titel geführt. Der 4:0-Finalsieg gegen 100 Thieves war spektakulär, die 70 Prozent Siegquote über das Jahr beeindruckend. Jetzt ist alles vorbei – eine 2:3-Niederlage gegen ein europäisches Team hat gereicht, um das Aus zu besiegeln.

Vom Champion zum Problemfall in wenigen Monaten

Noch im Frühjahr lief alles rund für Sentinels. Das Marvel Rivals Championship Season 1-Finale war ein Statement: 4:0 gegen 100 Thieves, dominante Performance, klare Ansage an die Konkurrenz. Dazu Platz drei beim Marvel Rivals Invitational und der Stage 1 Americas-Titel. Das Team wirkte unschlagbar.

Dann kam das Ignite Mid Season Finals, und plötzlich war nichts mehr wie vorher. Das frühe Aus gegen Citadel Gaming war nicht nur überraschend, sondern auch peinlich. Ein europäisches Team schickt die amtierenden Champions nach Hause – das tut weh.

Die Reaktionen der Spieler und der Sentinels war klar und brutal: ein kompletter Neustart nach wenigen Monaten erfolgreicher Zusammenarbeit.

Marvel Rivals kennt keine Gnade

Das zeigt, wie hart die noch junge Marvel Rivals-Szene bereits ist. Teams, die heute Champion sind, können morgen Geschichte sein. Der Druck ist enorm, die Konkurrenz schläft nicht, und eine schlechte Serie kann alles zunichtemachen.

Sentinels haben über 120.000 Dollar Preisgeld eingesammelt und galten als Maßstab in der Szene. Trotzdem reichte eine verkorkste Turnier-Performance, um das Team quasi zu halbieren.

Brisant: Mit allem, was in Streams und auf X geäußert wurde, ist nicht genau klar, wer zuerst den Schlussstrich gezogen hat. Laut Aramori wollten Karova und Rymazing ohnehin das Team verlassen, denn die Stimmung im Team war nicht mehr gut. SuperGomez hat durchblicken lassen, dass es teaminterne Dramen gab – er sah die Schuld vor allem bei Crimzo. Karova, Rymazing und SuperGomez wollen im Idealfall gemeinsam in ein neues Team gehen, und sie scrimmen auch bereits mit einem neuen Team.

Wie Sentinels verbleibt

Drei Spieler und ein Coach – das ist nicht viel für ein Team, das vor Kurzem noch Champions waren. Doch Ersatz wurde bereits gefunden: Avery ist als DPS beigetreten, McGravy als neuer Coach. Die eigentliche Frage ist jetzt: Wechselt Crimzo von der Coach-Rolle wieder ins Team? Alles scheint möglich.

Stage 2 der Ignite Series steht im Herbst an, und die Erwartungen sind trotz allem hoch. Fans wollen sehen, ob Sentinels ohne ihre Stars noch mithalten können. Die Zweifel sind berechtigt.

Brutal, aber typisch für modernen Esports

Marvel Rivals entwickelt sich rasant, neue Teams drängen nach oben, und wer nicht mithalten kann, verschwindet. Die Sentinels haben das am eigenen Leib erfahren und reagiert, wie es in der Branche üblich ist: radikal und ohne Sentimentalitäten.

Ob der Neustart funktioniert, wird sich zeigen. Die Organisation hat Erfahrung und Ressourcen, aber auch einen Ruf zu verlieren. Ein zweiter Fehlstart wäre schwer zu verkraften.

Die entlassenen Spieler werden weitermachen – irgendwo anders, wo die zwischenmenschliche Komponente vielleicht auch besser passt. Man muss auch einfach ehrlich sagen, dass die Dynamik bei den Sentinels nicht die Einfachste ist: Crimzo und aramori sind verlobt. Auch wenn aramori gerne betont, dass das keinen Einfluss auf das Team hat, kann ich mir persönlich nur schwer vorstellen, dass es die Situation nicht zumindest erschwert.

So oder so: Marvel Rivals ist groß genug für alle, aber nur die Besten überleben an der Spitze.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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