Ein klarer Sweep im Finale, ein MVP, der auf Damage glänzt, und ein Lauf, den niemand so erwartet hatte: Team Falcons hat bei der OWCS Mid-Season Championship 2025 in Riyadh Geschichte geschrieben. Der Weg dahin führte über die letzte Hoffnung auf ein Ticket, über Favoritenstürze und am Ende über einen Finalgegner, der kaum Luft zum Atmen bekam. Es war ein Turnier, das zeigt, wie viel Dynamik in Overwatch 2 steckt – vor allem dann, wenn Taktik, Timing und Teamplay zusammenkommen.
Bühne, Regeln und Besonderheiten: OWCS bei der EWC
Austragungsort war die Qiddiya Arena im Rahmen des Esports World Cup – ein Ort, der zunehmend zum Zentrum globaler Wettbewerbe wird. Vom 31. Juli bis 3. August kämpften sechzehn Teams aus aller Welt um das Prestige, die Trophäe und ein Preisgeld von insgesamt einer Million Dollar. Allein 400.000 davon gingen an die Falcons.
Das Format: vier Gruppen à vier Teams, GSL-Struktur, danach Single-Elimination-Playoffs. Zwei Best-of-Three-Matches reichten, um es in die K.o.-Phase zu schaffen – oder früh auszuscheiden. In den Playoffs wurde auf Best-of-Five umgestellt, im Finale auf ein volles Best-of-Seven.
Dazu kam ein neuer taktischer Layer: Hero Bans. Vor jeder Map wurden je ein Tank-, Support- und Damage-Held pro Team ausgeschlossen – gültig für beide Seiten. Wer improvisieren konnte, war im Vorteil. Wer stur bei Standard-Picks blieb, ging unter. Auch der Map-Pool verlangte Anpassung: Lijiang Tower, Esperança, New Junk City oder Circuit Royal forderten ganz unterschiedliche Setups.
Der Durchmarsch beginnt: Falcons holen sich das letzte Ticket
Die Falcons starteten dort, wo für viele das Turnier endete – im Last Chance Qualifier. Als letztes Team schoben sie sich ins Hauptfeld. Doch ab da schalteten sie hoch.
In der Gruppenphase gingen sie ohne Mapverlust durch, dominierten taktisch und individuell. Das 5:2 in der Map-Bilanz reichte für den Gruppensieg – eine Überraschung für viele, ein Vorgeschmack auf das, was noch kam.
Gegen Geekay Esports wurde es im Viertelfinale erstmals eng. Ein 3:2-Sieg, herausgespielt auf der Klinge zwischen Chaos und Kontrolle, ließ die Halle kurz stocken – aber Falcons blieben cool. Gegen T1 im Halbfinale zogen sie dann das Tempo an. Früh in Führung, souverän auf Colosseo, keine Zweifel beim 3:1. Das Finale war gebucht – gegen Al Qadsiah, ebenfalls ein Vertreter aus Saudi-Arabien und bis dahin stark unterwegs.
Einseitiges Finale: Falcons zeigen ihre beste Version
Im Endspiel ließen die Falcons nichts mehr anbrennen. Lijiang Tower: 2:0. Esperança: 1:0. New Junk City: 3:1. Circuit Royal: 1:0. Der 4:0-Endstand spiegelt nicht nur das Ergebnis wider, sondern auch die klare Kontrolle, die die Falcons über das Spiel hatten. Kaum ein Teamfight ging verloren, jede Map war durchgeplant, jede Anpassung saß.
Al Qadsiah fand keinen Zugang. Die Falcons diktierten Tempo, setzten gezielte Bans und überrollten Map für Map. Es war nicht nur ein Finalsieg, es war ein Statement.
Einzelkönner mit Teamverstand: Der Falcons-Stil
Im Rampenlicht stand Kim ‘Proper’ Dong-hyun, der sich als flexibelster und treffsicherster Spieler des Turniers den MVP-Award sicherte – plus 10.000 Dollar und einen eigenen Spot in den Highlight-Videos der Saison. Doch es war kein Solo-Carry. Der Unterschied lag im Zusammenspiel: Jeder Pick war abgestimmt, jedes Ult-Management durchgesprochen, jeder Push mit Plan. Auch im Hero-Ban-Chaos wirkte das Team jederzeit sortiert.
Die Falcons wirkten nicht wie ein Lucky Run aus dem LCQ – sondern wie ein Team, das sich systematisch durch das Turnier gearbeitet hatte. Genau das macht ihren Sieg so bemerkenswert.