Für eine Organisation wie 100 Thieves bedeutet Kontinuität eigentlich alles. Doch nach der Saison 2025 war klar: So konnte es nicht weitergehen. Drei Jahre ohne Champions-Teilnahme, unzählige Kaderexperimente und immer wieder zerplatzte Hoffnungen – der Club hat die Reißleine gezogen. Fast das gesamte Lineup und auch das Trainerteam verlassen die Bühne, und sind erstmal inaktiv. Ein drastischer Schnitt, wie man ihn im VALORANT-Esport selten sieht.
Das Ende einer enttäuschenden Saison
Dabei fing das Jahr gar nicht so schlecht an. Mit dem Sieg bei VCT Americas Stage 1 schien der Weg in die internationale Spitze frei, doch schon wenige Monate später fiel das Team zurück in alte Muster. Viertelfinal-Aus, dann ein weiteres Halbfinal-Aus, dazu immer wieder Rollenprobleme und fehlendes Vertrauen im Spielaufbau. Selbst namhafte Verpflichtungen konnten daran nichts ändern. Der Abstand zu den Top-Teams blieb bestehen, während 100 Thieves weiter im Kreis lief.
Die Organisation musste erkennen: Einzelne Stars reichen nicht. Ohne klare Struktur und ohne Einheit auf dem Server bleibt der große Wurf unmöglich.
Ein Kader wird Geschichte
Nun also der Umbruch. Bekannte Gesichter wie Asuna oder Cryocells, Boostio, Kess und Zander – allesamt Spieler, die das Team in den letzten Jahren geprägt haben – sind inaktiv. Auch Head Coach Zikz und seine Assistenten sind nicht länger Teil des Projekts. Zurück bleibt mit Daniel „eeiu“ Vucenovic nur ein einziger Name auf der aktiven Liste, und selbst bei ihm ist nicht sicher, ob er den Neuaufbau tragen wird.
Für Fans bedeutet das Abschied von einem Lineup, das viele Jahre Hoffnungen geweckt hat. Für die Spieler selbst beginnt eine neue Phase, in der sie ihren Platz in der Szene neu finden werden.
Blick nach vorn: ein radikaler Reset
Die Verantwortlichen haben betont, dass es nicht um schnelle Lösungen geht. Statt kurzfristig Stars einzukaufen, soll das nächste Kapitel von Grund auf neu gedacht werden. Klar definierte Rollen, bessere Kommunikation und ein langfristiger Plan – das sind die Schlagworte für die Zukunft. Auch beim Coaching will man auf eine breitere Aufstellung setzen, die Erfahrung und frische Ideen verbindet.
Für die Fans heißt das: eine Zeit des Wartens, aber auch eine Phase voller Neugier. Wer wird das neue Gesicht von 100 Thieves? Welche jungen Talente bekommen die Chance, sich auf der größten Bühne zu beweisen?
Die Bedeutung für die Szene
Ein so radikaler Schritt ist mehr als ein Teamwechsel – er ist ein Statement. 100 Thieves zeigt, dass Nostalgie keine Spiele gewinnt. Wenn die Ergebnisse fehlen, braucht es Mut, bekannte Namen loszulassen und Platz für eine neue Generation zu schaffen. Für die Liga bedeutet das frische Dynamik: Stars, die Free Agents werden, und ein Team, das sich neu erfinden will.