Abschied einer Legende: Peanut verlässt die LCK

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Vom Wunderkind zum Dauerbrenner
  2. 2025: Eine Saison wie ein letzter Tanz
  3. Der unausweichliche Wehrdienst
  4. Ein letztes Ziel: Worlds 2025
  5. Peanut bleibt Peanut
Peanut
Image credit: Peanut via X

Am 20. September 2025 war es so weit: Nach dem Spiel gegen KT Rolster stand Han „Peanut“ Wang-ho noch einmal in der Arena, Fans applaudierten, und es lag diese besondere Stimmung in der Luft, die nur Abschiede mit sich bringen. Für einen Moment wirkte es, als wäre die Zeit stehen geblieben. Peanut, seit fast einem Jahrzehnt einer der prägendsten Jungler in League of Legends, verabschiedete sich von der Bühne – nicht im Streit, nicht mit Skandal, sondern mit einem klaren Schnitt. 2026 ruft der Wehrdienst, und damit endet vorerst eine Karriere, die die LCK maßgeblich geformt hat.

Vom Wunderkind zum Dauerbrenner

Als Peanut 2016 bei den ROX Tigers ins Rampenlicht trat, war sofort klar: hier kommt ein Jungler, der das Spiel anders liest. Schnell, aggressiv, immer auf der Suche nach dem Moment, der eine Partie kippen kann. Mit SKT T1 gewann er 2017 den LCK Spring und das MSI, stand im Worlds-Finale und setzte sich endgültig in der Weltspitze fest.

Danach führte ihn sein Weg zu Kingzone DragonX, Gen.G, LGD Gaming und zuletzt Hanwha Life Esports. Überall brachte er Energie mit, passte sich Metas an, nahm Titel mit und zeigte, dass er kein Spieler ist, der sich nur auf seine Mechanik verlässt. 2022 holte er mit Gen.G den Summer Split, 2024 triumphierte er mit HLE im Sommer. Dazwischen Bronze bei den Asian Games – Peanut blieb über Jahre hinweg ein Synonym für Konstanz in einer Szene, die sich ständig neu erfindet.

2025: Eine Saison wie ein letzter Tanz

Schon früh im Jahr schwang etwas Besonderes mit. HLE holte den LCK Cup und das First Stand Event, die reguläre Season verlief eher wechselhaft. Doch in den Playoffs zeigte das Team plötzlich eine Energie, die viele nicht mehr erwartet hatten. Angeführt von Peanut kämpfte sich HLE durch Favoriten, sicherte das Worlds-Ticket nach China – und die Spiele fühlten sich an, als hätte alles diesen „letzte Mission“-Charakter. Fans, die noch Wochen zuvor zweifelten, feierten plötzlich jeden Gank, jede smarte Entscheidung.

Der unausweichliche Wehrdienst

Dass Peanut irgendwann gehen muss, war klar. In Korea ist der Wehrdienst Pflicht, und nur wer Gold bei Olympia oder den Asian Games holt, bekommt Befreiung. Faker hatte dieses Glück, Peanut nicht. Mit 28 Jahren gibt es keine Verschiebung mehr. So stand nach dem Sieg gegen KT Rolster die Entscheidung im Raum – und Peanut sprach sie selbst aus. Sein Dank an Team, Fans und die gesamte LCK wirkte ehrlich, voller Wehmut und Stolz zugleich.

Ein letztes Ziel: Worlds 2025

Doch bevor er in Uniform wechselt, gibt es noch eine Bühne. In China beginnt Mitte Oktober seine sechste Worlds-Teilnahme. Sieben nationale Titel, zwei internationale Siege, aber nie die Summoner’s Trophy – es ist die eine Trophäe, die ihm fehlt. Für Fans ist klar: Wenn Peanut in China antritt, geht es nicht nur um ein Turnier. Es geht darum, ein Vermächtnis abzurunden.

Peanut bleibt Peanut

Ob er nach dem Wehrdienst zurückkommt, weiß niemand. Aber sein Platz in der Geschichte ist sicher. Peanut war nie nur ein Name auf einem Roster, er war ein Taktgeber, ein Spieler, der Ruhe und Aggression vereinte und für viele Nachwuchsjungler der Maßstab schlechthin blieb. Seine Karriere zeigt, dass Durchhaltevermögen, Mut und Anpassung genauso wichtig sind wie mechanisches Können.

Peanuts letzter Auftritt bei den Worlds 2025 fühlt sich an wie ein Abschiedskonzert. Vielleicht wird es sein größter Triumph, vielleicht bleibt es eine unvollendete Geschichte. Aber eines ist klar: Die Community schaut gebannt zu, wenn ein Spieler seine Bühne verlässt, der sie über Jahre geprägt hat.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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