Der 14.12.2014 war ein historischer Tag, denn er markierte einen monumentalen Schritt in der Geschichte der Menschheit: Mein erstes DotA 2 Match. Spaß beiseite; doch wie sich mein Leben dank diesem Spiel ändern würde, hätte ich damals kaum gedacht.
Nur 11 Jahre später befinde ich mich auf dem Weg nach Hamburg, wo morgen das International 2025 stattfindet. Die DotA-Weltmeisterschaft. Das Highlight des Jahres für viele Gamer.
Begleitet mich also in den nächsten Tagen auf meine Reise und freut euch auf epische Plays, exklusive Interviews mit Pro-Playern und Talents und vieles mehr, wenn es wieder heißt: “Welcome to The International”
Epische Groupstage und unerwartete Siege
Wer in den letzten Tagen die Games verfolgt hat, hat nicht nur erstklassiges DotA gesehen, sondern weiß auch ganz genau: die Mainstage des diesjährigen TIs kann nur mega werden.
Zum allerersten Mal wurde während der Groupstage ein modifiziertes Swiss-System angewendet, bei dem Teams, die die selbe Score hatten, gegeneinander antraten. Martin „Saksa“ Sazdov vom Tundra Esports, der Gewinner von TI11, bezeichnete das neue Format in einem Interview vor der Gruppenphase als “Hauch frischer Luft”. Außerdem möge er Veränderung und freue sich auf die nächsten Tage.
Die Vorfreude war nicht umsonst, denn zusammen mit sieben anderen Teams qualifizierte sich Tundra für die Playoffs. Zu den größten Favoriten gehören allerdings die chinesischen Teams. Xtreme Gaming hatte dabei einen perfekten Start in das Turnier und gewann jedes einzelne Match. Der andere Verfechter aus China, Team Tidebound, verlor in der Gruppenphase nur gegen Xtreme Gaming.
Doch nicht nur Favoriten konnten sich einen Platz auf der TI Main Stage sichern. Vorjahresgewinner Team Liquid schied aus, und dafür qualifizierte sich HEROIC, deren letzter großer Sieg in der zweiten Saison der PGL Wallachia war. Seitdem schaffte es das Team manchmal bis in die Playoffs, kam aber nie allzu weit. In der Gruppenphase verlor das Team die ersten beiden Matches, konnte sich aber mit einer Serie an Siegen einen Platz in den Playoffs sichern.
Eine weitere große Überraschung war die Qualifikation eines DotA-Giganten: Nigma Galaxy. Die Organisation wurde ursprünglich von vier der fünf Mitglieder des siegreichen Liquid International 2017-Teams gegründet. Obwohl die Organisation im Esport eine feste Größe ist, hat sie es bei TI zum ersten Mal in die Playoffs geschafft.
Weiterhin konnten sich die Teams BetBoom, PARIVISION und mein persönlicher Favorit Team Falcon qualifizieren. Warum Falcon? Weil ich mir letztes Jahr ein Stück indisches Naan mit Support-Spieler Andreas „Cr1t-“ Nielsen teilte.
Nicht mein erstes Rodeo
Über die Jahre war ich bei einigen Turnieren, von Majors, über ESL Turniere, bis hin zu einer meiner liebsten Erinnerungen: TI8 in Vancouver. Wer nicht mehr ganz auf dem Schirm hat, was genau bei dem Turnier passierte, sollte sich unbedingt folgendes Video anschauen:
Die Emotionen in der Arena lassen sich bis heute kaum in Worte fassen, denn niemand hätte erwartet, dass Underdog OG sich bis an die Spitze kämpfte. Für mich persönlich ist dieses TI also eine Art spiritueller Nachfolger von TI8 und ich kann mich einfach nicht davon abhalten, extrem hohe Erwartungen zu haben. Doch glaube ich kaum, dass ich enttäuscht werde, denn eines hat jedes einzelne TI in der Geschichte gemeinsam: Hohe Emotionen, gute Stimmung und unglaubliches DotA-Gameplay.