Nadeshot zwischen Stream und Entlassungen bei 100 Thieves

Linda Güster
calendar-icon
Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Bruch in der Beziehung zur Community
  2. Nadeshot erklärt seine Rolle
  3. Zwischen Empathie und Shitstorm
  4. Eine Organisation am Scheideweg
Nadeshot im Stream
Image credit: Nadeshot via X

Der 8. September war für viele Fans ein Tag, der hängen bleibt. Zwölf Mitarbeitende mussten bei 100 Thieves gehen, die Nachricht verbreitete sich in Minuten über Twitter, Discord und Reddit. Und während die Organisation in den Schlagzeilen stand, saß Matthew „Nadeshot“ Haag im Stream, um ein Sponsoring mit einem Glücksspielanbieter durchzuziehen. Es war die Art von Gleichzeitigkeit, die sofort Diskussionen entfacht – zu platt, um nicht für Ärger zu sorgen, und zu schmerzhaft für all jene, die plötzlich ohne Job dastanden.

Ein Bruch in der Beziehung zur Community

100 Thieves hat sich in den letzten Jahren immer als Lifestyle-Marke inszeniert, nah an der Community, mit Content, Merch und großen Plänen. Vermutlich trafen deshalb die Entlassungen so hart. Es wirkte nicht wie ein nüchterner Business-Schritt, sondern eher wie ein Bruch im Selbstbild. Fans fragten sich, wie eine Organisation, die so oft von Zusammenhalt und Kultur spricht, so plötzlich zwölf Leute vor die Tür setzen kann – und das auch noch ohne große Worte oder sichtbaren Plan. Die Socials waren voller Mitgefühl für die Betroffenen, aber auch voller Kritik am Management. Viele erinnerten an den Rückzug aus LTA North, sahen darin ein weiteres Zeichen für den schleichenden Kontrollverlust.

Nadeshot erklärt seine Rolle

Als die Diskussionen hochkochten, ging Nadeshot live und sprach offen über das, was passiert war. Er stellte klar, dass er seit fast zwei Jahren nicht mehr CEO sei, sondern nur noch im Vorstand. Die Entscheidung habe er nicht getroffen, er habe am Morgen nach seiner Abreise nach Mexiko eine Nachricht dazu bekommen. Seine Reise sei lange geplant gewesen, seine Frau schwanger, das Roobet-Sponsoring längst vorbereitet. Er sprach von Scham, davon, dass ihm die Mitarbeitenden wichtig seien, und davon, dass er ihre Situation nachvollziehen könne. Für manche war das ein ehrlicher Einblick, für andere eine Ausrede.

Gerade diese Mischung aus Distanzierung und Empathie machte sein Statement so umstritten. Einige lobten, dass er Fehler eingestand und nicht versuchte, die Lage schönzureden. Andere warfen ihm vor, Verantwortung wegzuschieben, obwohl er für viele weiterhin das Gesicht und die Stimme von 100 Thieves bleibt.

Zwischen Empathie und Shitstorm

Was an diesem Wochenende sichtbar wurde, war mehr als nur ein Personalabbau. Es war ein Clash zwischen Erwartung und tatsächlicher Realität. Die Community erwartet von jemandem wie Nadeshot Nähe, Präsenz und Fingerspitzengefühl. Stattdessen entstand das Bild eines Gründers, der in Mexiko streamt, während daheim Existenzen wackeln. In Clips und Kommentaren wurde dieser Kontrast immer wieder betont, oft überspitzt, aber immer mit derselben Botschaft: Das passt nicht zum Image, das 100 Thieves über Jahre aufgebaut hat.

Eine Organisation am Scheideweg

Für 100 Thieves bedeutet das mehr als eine einzelne Krise. Das Vertrauen der Fans ist angeknackst, und die Marke muss zeigen, dass sie verstanden hat. Im Esport sind Entlassungen kein neues Phänomen, aber selten treffen sie auf so eine Symbolik, selten werden sie so unmittelbar mit einer Person verbunden. Nadeshot bleibt das Gesicht der Organisation, egal wie seine Rolle offiziell aussieht. Wie er und das Team jetzt kommunizieren, entscheidet, ob die Community wieder an Bord kommt – oder ob der Bruch bleibt.

Linda Güster

Journalistin
  • x-icon
  • linkedin-icon
Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
Komplette Bio lesen
ESI Bewertungs System
Wir haben ein spezielles Bewertungssystem entwickelt, welches direkt zeigt, wie gut die einzelnen Glücksspielplattformen wirklich sind. Dank langjähriger Expertise wissen wir, welche Faktoren am wichtigsten sind und testen daher jede Plattform nach der gleichen Methodik. Hierbei bewerten wir jede Plattform anhand der folgenden Kriterien:
  • A-Tier (Silber) Hochwertige Websites, die ein erstklassiges Erlebnis bieten. Sie zeichnen sich durch starke Leistung, nützliche Funktionen und zuverlässigen Support aus. Sie sind fast perfekt.
  • B-Tier (Bronze) Solide Plattformen, die einen Blick wert sind. Sie sind sicher, machen Spaß und sind funktional, verfügen jedoch möglicherweise nicht über erweiterte Funktionen oder weisen kleinere Nachteile auf.
  • S-Tier (Gold) Die absolute Elite. Diese Anbieter gehen weit über den Standard hinaus und bieten lukrative Boni, lohnende Werbeaktionen, blitzschnelle Auszahlungen und insgesamt ein makelloses Erlebnis.
Weitere Informationen darüber, wie wir Glücksspielanbieter bewerten, findet man unter Wie wir Wett- und Casinoseiten bewerten.