Es gibt Meldungen, die wirken größer als jede Patchnote und jedes Finale. Electronic Arts, der Publisher hinter FIFA-Nachfolger EA FC 26 und Apex Legends, wird verkauft – für 55 Milliarden Dollar. Ein All-Cash-Deal, so gigantisch, dass er die Branche auf Jahre prägen dürfte. Hinter dem Kauf stehen PIF, Silver Lake und Affinity Partners.
Ein Abschied von der Börse
Für EA bedeutet das: Rückzug aus der Öffentlichkeit. Die Aktie verschwindet vom Markt, das Unternehmen bleibt mit Sitz in Redwood City bestehen. CEO Andrew Wilson behält seinen Platz und sprach vom „Aufbruch in eine neue Zukunft voller transformativer Erlebnisse“. Die Aktionäre bekommen 210 Dollar pro Aktie ausgezahlt – ein Aufschlag von 25 Prozent auf den Kurs vor der Ankündigung und sogar über dem bisherigen Allzeithoch.
Wer kauft da eigentlich?
PIF, der Staatsfonds Saudi-Arabiens, ist im Gaming längst ein Schwergewicht. Über die Savvy Games Group gehören ESL FACEIT Group, Niantic und Scopely zum Portfolio, Anteile an Nintendo hat sich die PIF zudem außerhalb der Savvy Games Group gesichert. Mit EA sichern sie sich jetzt eine Ikone des Gaming – und gleichzeitig noch mehr Einfluss auf den globalen Esports.
Silver Lake bringt Erfahrung aus der Tech-Welt mit. Die Investmentfirma hat schon in Unity investiert, die Engine, auf der unter anderem League of Legends: Wild Rift läuft. Co-CEO Egon Durban kündigte an, EA weltweit weiter wachsen zu lassen.
Affinity Partners, 2021 von Jared Kushner gegründet, war bislang kaum im Gaming sichtbar. Mit diesem Coup steigt die Firma direkt ganz oben ein.
Was das für Spieler bedeutet
Für den Alltag ändert sich erst einmal wenig. Apex Legends, EA FC und Co. laufen weiter, die Studios entwickeln ihre Reihen fort. Doch der Deal zeigt klar: Gaming ist längst Bühne für geopolitische Interessen und Rekord-Investments geworden. PIF wird den globalen Esports mitgestalten, Silver Lake bringt Tech-Know-how, Affinity das Kapital.
Für die Szene ist das mehr als ein Finanzmanöver. Zwei der größten Esports-Titel wechseln in eine neue Ära. Fans fragen sich: Wird EA mutiger, innovativer – oder vorsichtiger unter Investorenhand? Sicher ist nur, dass die kommenden Jahre den Kurs bestimmen.
Transparenzhinweis: Ich habe den Artikel geupdatet, da ich beim ersten Mal fälschlicherweise die Anteile an Nintendo auf die Savvy Games Group zurückgeführt habe. Diese Anteile wurden allerdings durch die PIF direkt erworben. Wer interessiert ist, kann auf Bloomberg mehr dazu lesen, Artikel ist allerdings leider hinter einer Paywall!