Capcom hat sich offiziell zur umstrittenen Entscheidung geäußert, die Finals der Capcom Cup 12 und der Street Fighter League: World Championship 2025 erstmals hinter eine Paywall zu stellen. Was als Versuch gedacht war, die Esport-Struktur langfristig zu stärken, ist in der Fighting-Game-Community alles andere als gut angekommen.
Zwischen Nachhaltigkeit und Shitstorm
In ihrem Statement sprechen Capcom von einem Schritt in Richtung „nachhaltiger Weiterentwicklung“ des eigenen Esports. Das neue Modell solle helfen, Teams, Partner und Events international auszubauen und finanziell abzusichern. Doch viele Spieler:innen sehen darin vor allem eines: einen Bruch mit dem offenen, community-getriebenen Charakter, der die FGC über Jahre geprägt hat.
Der französische Profi Nathan „Mister Crimson“ Massol brachte den Frust vieler auf den Punkt: „Unser ganzes System basiert auf Sichtbarkeit. Wenn ihr die wichtigsten Turniere hinter einer Paywall versteckt, schadet ihr genau den Leuten, die Street Fighter groß gemacht haben.“
Auch in Foren und auf Social Media kippt die Stimmung – statt Verständnis überwiegt Enttäuschung. Viele Fans, die Capcoms Esports-Wachstum bisher begrüßt haben, fühlen sich ausgegrenzt.
Späte Replays, unklare Preise
Eigentlich sollten die Ticketpreise bereits Ende Oktober veröffentlicht werden. Doch Capcom hat den Termin verschoben – „bis die Vorbereitungen abgeschlossen sind“. Der Verkauf für die Street Fighter League: Pro Japan Playoffs soll nun am 12. November beginnen.
Wer nicht zahlen will, muss Geduld mitbringen: Erst am 21. März (Capcom Cup) und 22. März (World Championship) sollen die Finals kostenlos als Replays erscheinen.
Der Ausblick auf 2026
Capcom Cup 12 läuft vom 11. bis 14. März 2026 und bildet den Abschluss der Pro Tour mit 48 Spieler:innen und 1,28 Millionen Dollar Preisgeld. Parallel endet mit der Street Fighter League: World Championship die achte Saison des Formats – diesmal mit 200.000 Dollar im Preispool.
Die Frage bleibt, ob Capcom mit dem Pay-per-View-Experiment tatsächlich den Esport professionalisiert – oder ob es die Fans genau dort verliert, wo Street Fighter immer am stärksten war: in der Nähe zur eigenen Community.