Wenn ein italienischer Traditionsverein wie Como 1907 plötzlich mit einer Gaming-Ankündigung um die Ecke kommt, dann erwartet man im ersten Moment vielleicht das klassische „Wir gründen jetzt ein Esports-Team“. Doch der Como Gaming Club geht bewusst einen anderen Weg. Das Projekt wird als eigener kreativer Raum beschrieben, als Brücke zwischen Fußballkultur, Creator-Szene und einer Community, die längst weit über EA FC hinausgeht. Und genau dieser Ansatz macht den Einstieg so spannend.
Ein Einstieg, der nicht wie ein Esports-Projekt klingt
Como 1907 betont von Anfang an, dass der Gaming Club kein Esports-Department ist, sondern ein Ort, der Gaming als Kultur versteht. Community-Sessions, Kooperationen mit Creators, Partnerschaften – all das wirkt eher wie ein Studio oder ein Hub, der bewusst mit verschiedenen Szenen verschmilzt. Ryan Shelton bringt diesen „Intentionality“-Ansatz ziemlich klar auf den Punkt: Wenn man als Verein in diese Welt geht, dann nicht halbherzig, sondern mit einer Identität, die im Gaming tatsächlich Bestand haben kann.
Der erste Schritt wirkt dabei überraschend modern: ein eigener Instagram-Kanal, auf dem das Projekt wächst, bevor überhaupt ein Logo auf einem Trikot auftaucht. Und trotzdem sitzt das Branding schon – sogar ein Gaming-Jersey entsteht, gemeinsam mit Team Falcons, das zur Milan Games Week erscheinen soll.
Anders Vejrgang bekommt neue Farben
Zeitgleich verpflichtet Como 1907 mit Anders Vejrgang einen der bekanntesten EA FC-Spieler der Szene. Der FC Pro World Champion soll den Verein in EA FC 26 vertreten, inklusive eSupercup und eSerie A. Für einen Club, der betont, dass Gaming mehr als nur Esports ist, ist diese Verpflichtung ein Statement: Man nimmt die Szene ernst, aber man setzt sie in einen größeren kulturellen Rahmen ein.
Es passt auch zur Botschaft, die Shelton immer wieder betont: Der Como Gaming Club ist kein Nebenprojekt. Keine Side Quest. Sondern ein langfristiges Vorhaben, das sowohl von sportlicher Kompetenz als auch von kreativer Vision getragen wird.
Como 1907 baut weiter an seiner Gaming-Identität
Was Como hier tut, reiht sich in eine Entwicklung ein, die man in Italien seit einiger Zeit sieht: Gaming als Teil der Vereinsidentität. Durch Formate wie die League of Brands entstehen lokale Touchpoints, an denen Vereine, Unternehmen und Communitys zusammenkommen – und Como hat es dort bereits bis ins Halbfinale geschafft.
Mit dem Como Gaming Club setzt der Verein nun seine eigene Marke in dieses Ökosystem, greift Trends auf, ohne in „Esports um des Esports willen“ zu verfallen, und legt gleichzeitig eine Grundlage, auf der Creator, Fans und Profis zusammenarbeiten können. Es ist ein Ansatz, der nahbar wirkt und gleichzeitig ambitioniert – und genau deshalb könnte Como 1907 in dieser neuen Welt schneller Fuß fassen, als viele erwarten.