ERL 2026: Mehr Freiheit, neue Regeln, klarer Weg nach oben

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Die Abschaffung der LTR-Regel verändert das ganze Ökosystem
  2. Klare Daten, dichter Kalender
  3. Neue Verantwortliche in Spanien – und ein vertrautes Fundament in ganz EMEA
  4. Was dieser Schritt wirklich bedeutet
ERL 2026
Image credit: Riot Games

Riot Games hat seinen Fahrplan für die EMEA Regional Leagues veröffentlicht. Selten fühlte sich ein Übergang so entschieden an wie jetzt. Die 13 ERLs bleiben bestehen, die drei Splits bleiben bestehen, aber unter der Oberfläche sortiert sich vieles neu. Die Ligen sollen eigenständiger werden, näher an ihren Communitys und gleichzeitig noch direkter mit der LEC verknüpft sein.

Die Abschaffung der LTR-Regel verändert das ganze Ökosystem

Der sichtbarste Schritt: Die einheitliche LTR-Vorgabe ist Geschichte. Bislang mussten alle ERL-Teams mindestens zwei lokal ausgebildete Spieler einsetzen. Später wurde das Regelwerk leicht geöffnet, jetzt ist es komplett in der Hand der lokalen Tournament Organiser. Eine Prime League kann also andere Akzente setzen als die Balkan League oder die Italienische Liga, und gerade das soll den Charakter der einzelnen Szenen stärken.

Riot betont, dass die Förderung regionaler Talente keine Nebensache ist. Eher das Gegenteil: Die Publisher wollen, dass die Ligen selbst entscheiden, wie sie ihre Identität am besten halten und gleichzeitig Spieler entwickeln, die irgendwann den Sprung in die LEC schaffen. Caliste aus Karmine Corp Blue – Rookie des Jahres – ist das neueste Beispiel dafür, wie gut diese Pipeline funktionieren kann.

Klare Daten, dichter Kalender

Der Ablauf für die kommende Saison steht bereits. Den Winter Split gibt es ab 7. Januar, Spring Split ab dem 23. März, Summer Split ab dem 26. Juni. Direkt im Anschluss folgen jeweils die EMEA Masters, die erneut als Bindeglied zwischen regionaler Bühne und internationaler Messlatte fungieren. Einzelne ERLs dürfen leicht von den Daten abweichen, der Rahmen bleibt gleich – und sorgt dafür, dass man als Zuschauer kaum Atempausen bekommt.

Begleitend dazu sind zwei ERL-Teams schon früh in der Saison in ganz anderem Rampenlicht: Karmine Corp Blue und Los Ratones, beide frisch aus ihren EMEA-Masters-Runs, werden in LEC Versus antreten und dort gegen jedes einzelne LEC-Team spielen. Elf Matches sind garantiert – und wer sich durchsetzt, bekommt einen Platz bei First Stand. Für ERL-Teams ist das ein Moment, der die gesamte Wahrnehmung der Szene verschieben kann.

Neue Verantwortliche in Spanien – und ein vertrautes Fundament in ganz EMEA

Eine weitere Veränderung betrifft Spanien: Nach dem Rückzug der LVP übernimmt LastLap gemeinsam mit Cabal Esports die dortige Liga. Für eine Region, die in den vergangenen Jahren Titel gesammelt hat wie kaum eine andere ERL, ist das ein Neustart, der gleichzeitig auf einer starken Basis aufbaut.

Alle 13 Ligen – von der Prime League über die TCL bis zur Portuguese League – bleiben Teil des Systems und bewegen sich nun auf Grundlage der neuen Freiheit. Riot formuliert das Ziel klar: Jede Liga soll spürbar ihre eigene Identität leben können und gleichzeitig den Weg von den ersten regionalen Matches bis zur LEC logisch, fair und klar definieren.

Was dieser Schritt wirklich bedeutet

Die ERLs waren schon immer mehr als „zweite Liga“. Sie waren Nachwuchsschmiede, Community-Kern und Experimentierfeld gleichzeitig. Mit der Abschaffung zentraler Vorgaben und dem Vertrauen in lokale Organiser rückt Riot noch enger an diese Idee heran.

2025 hat gezeigt, wie viel Talent in der Region schlummert. 2026 fühlt sich wie die nächste Phase an: mehr Chancen, mehr Verantwortung vor Ort und ein System, in dem gute Spieler noch früher und sichtbarer nach oben gespült werden.

Kurz vor Saisonstart wirkt das ERL-Netzwerk deshalb offener, eigenständiger und reifer – und genau das könnte den Unterschied machen, wenn die nächsten Nachwuchsstars ihren Weg in die LEC und darüber hinaus finden.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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