Las Vegas hatte wieder dieses typische Esports-Gefühl. HyperX Arena, viel zu laute Jubelspitzen, leuchtende Displays, Menschen, die seit Jahren in dieser Szene unterwegs sind und trotzdem aussehen, als wären sie zum ersten Mal auf einem Major. Die Esports Awards haben die Community einmal mehr zusammengebracht – nicht als sterile Preisverleihung, sondern als eine Art Jahresabschluss, bei dem jeder weiß, dass irgendwo noch jemand im Publikum sitzt, mit dem man vor Monaten ein Interview, ein Bootcamp-Besuch oder ein Worlds-Watchalong hatte.
League of Legends bleibt das Maß der Dinge
Dass League of Legends den Game of the Year Award holt, fühlt sich fast vertraut an – aber nicht im negativen Sinne, eher wie ein Song, der nach den ersten Sekunden wieder im Ohr hängt. Worlds hatte einen Zuschauerpeak von über 6,7 Millionen, und die Energie im Fandom trägt dieses Spiel Jahr für Jahr nach vorne. PUBG Mobile ging zwar leer aus, holte sich aber den Mobile Game of the Year Titel und bestätigte damit, wie stark die Mobile-Szene inzwischen geworden ist.
Vitality, Falcons – und ein Blick auf die Gesichter dahinter
Einer der lautesten Momente des Abends kam, als Team Vitality für sein CS2-Lineup zum Esports Team of the Year gekürt wurde. Dass ZywOo zusätzlich als PC Player of the Year ausgezeichnet wurde, passte da perfekt ins Bild – der Typ ist einfach nicht aus der europäischen CS-Landschaft wegzudenken.
Team Falcons wiederum holte sich den Organisation of the Year Award. Wenn man bedenkt, wie präsent sie in fast jeder großen Disziplin sind, wirkt die Auszeichnung wie ein logischer Schritt in einem Jahr, das für sie gefühlt nur aus Finalspielen bestand.
Szenen, die hängen bleiben
Auch die individuellen Auszeichnungen hatten dieses typische „Ich erinnere mich genau an diesen Clip“-Gefühl. XiaoHai als Controller Player of the Year, Doran mit dem Play of the Year – alles Momente, die wir während der Saison zigmal in Timelines, Reels und Analyst-Desks gesehen haben.
Und dann die Lifetime-Achievement-Ehrungen. Menschen wie dupreeh, FormaL oder Steve Arhancet auf einer Bühne zu sehen, sorgt immer für diesen kurzen Kloß im Hals. Das sind Karrieren, an denen viele von uns groß geworden sind, die die Szene geformt haben, lange bevor Esports Arenen füllte.
Am Ende wirkte der Abend wie ein Zwischenstopp. Ein kurzes Durchatmen, bevor die nächste Season wieder die Timelines flutet – genau so, wie es sich für diese Szene richtig anfühlt.