Die Bühne bebt, das Publikum schreit – und Brasilien jubelt. FURIA hat es geschafft: Mit einem klaren 3:0 gegen Team Vitality sichert sich das Team erstmals in seiner Geschichte den Titel bei den Intel Extreme Masters. Im ausverkauften Chengdu Financial City Performing Arts Center stemmte das Line-up rund um Gabriel „FalleN“ Toledo den Pokal und sicherte sich den Löwenanteil des Preisgeldes von einer Million US-Dollar.
Ein Turnier voller Überraschungen
Bereits in der Gruppenphase deutete sich an, dass IEM Chengdu keine gewöhnliche Ausgabe werden würde. Titelverteidiger FaZe Clan verabschiedete sich mit zwei Niederlagen früh aus dem Turnier, während Team Spirit – zuletzt noch Champions in Köln – ebenfalls strauchelte. Auch die chinesischen Teams TYLOO und Lynn Vision schafften es trotz heimischer Unterstützung nicht in die Playoffs.
Dafür setzten Teams wie MOUZ und Team Falcons starke Ausrufezeichen mit makellosen 3:0-Bilanzen. FURIA und Astralis folgten ihnen auf die Playoff-Bühne, während sich Vitality und The MongolZ über den Lower Bracket den letzten Platz sicherten. Schon hier war klar: Es würde ein unberechenbares Wochenende.
Von der Spannung zur Dominanz
In der K.-o.-Phase drehte FURIA richtig auf. Nach einem souveränen 2:0 gegen The MongolZ zog das Team ins Halbfinale ein, wo es auf Team Falcons traf – und erneut keinen Zweifel ließ. Mit einem 2:0 sicherte sich FURIA zum ersten Mal überhaupt den Einzug in ein IEM-Finale vor Live-Publikum.
Parallel kämpfte sich Vitality nach einem schwierigen Start zurück und eliminierte MOUZ in einem intensiven Dreimapper. Damit kam es zum großen Showdown, auf den viele Fans gehofft hatten: Vitality gegen FURIA – ein Wiedersehen nach dem Duell in der ESL Pro League.
Ein Finale für die Geschichtsbücher
Der Auftakt auf Ancient war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, doch FURIA fand schneller ins Spiel. Mit Nervenstärke in den entscheidenden Runden holten sie sich die erste Map 13:11. Auf Inferno sah es anfangs nach einer Antwort von Vitality aus, doch FURIA konterte mit aggressivem Teamplay und gewann auch diese Karte 13:10.
Dann folgte der Moment, auf den brasilianische Fans jahrelang gewartet hatten: Mit einem dominanten Auftritt auf der dritten Map beendete FURIA das Finale mit einem 3:0-Sweep – und schrieb damit Esport-Geschichte. Daniel „molodoy“ Golubenko wurde zum DHL MVP des Turniers gekürt, während die Emotionen auf der Bühne überkochten.
„Ich bin so stolz auf mein Team. Es war ein sehr schwieriges Match – Vitality ist der große Endgegner, aber heute sind sie gefallen“, sagte Fallen kurz nach dem Triumph.
Der Beginn einer neuen Ära
Mit dem Titel in Chengdu sichert sich FURIA nicht nur den ersten IEM-Sieg seiner Karriere, sondern steigt auch in das Rennen um den ESL Grand Slam VI ein. Mehr als 35.000 Fans feierten das Team vor Ort, über 770.000 verfolgten das Finale online – ein Rekordmoment für brasilianischen Counter-Strike.
Die ESL Pro Tour geht 2026 in die nächste Runde: Den Auftakt macht IEM Kraków im Januar, wenn die besten Teams der Welt erneut um den Titel kämpfen. Doch bis dahin steht fest – Chengdu gehört FURIA.