In Singapur passiert gerade etwas, das für Gamer:innen weltweit wichtig ist. Das Parlament hat den Singapore Sports Council (Amendment) Bill 2025 vorgestellt – ein Vorschlag, der Esports erstmals offiziell als Sport definieren soll. Damit würde der Stadtstaat zu den wenigen Ländern gehören, die Gaming gesetzlich auf dieselbe Stufe stellen wie Fußball oder Schwimmen.
Ein Gesetz für die Gaming-Zukunft
Der Entwurf aktualisiert das alte Sports Council Act von 1973 und erweitert den Sportbegriff um Esports und sogenannte Mind Sports wie Schach oder Bridge. Klingt technisch – ist aber ein echter Meilenstein. Wenn das Gesetz durchkommt, kann der Singapore Sports Council (SSC) künftig Fördermittel bereitstellen, Trainingsstrukturen aufbauen, Coaching-Standards festlegen und Esports-Athlet:innen genauso unterstützen wie klassische Sportler:innen.
Ganz durch ist der Prozess allerdings noch nicht. Das Gesetz muss noch vom Präsidenten Tharman Shanmugaratnam abgesegnet und vom Parlament bestätigt werden. Erst dann kann es in Kraft treten – der zweite Lesungstermin steht noch aus.
Gaming wird offiziell
Razer-CEO Min-Liang Tan, selbst aus Singapur, reagierte begeistert: „Als jemand, der mit Gaming aufgewachsen ist, bedeutet das unglaublich viel. Früher wurde das Hobby kaum ernst genommen – jetzt wird es als Sport anerkannt.“ Für ihn ist das ein Wendepunkt, weil es jungen Talenten echte Karrierewege öffnet – egal ob auf dem Spielfeld, am Schachbrett oder in der Esports-Arena.
Singapur will mehr als nur mitspielen
Der Schritt passt zu Singapurs größerem Plan, sich als Esports-Hub in Asien zu etablieren. In den letzten Jahren fanden dort Events wie The International 2022 statt, und mit Spielergrößen wie iceiceice oder Chawy hat das Land längst eigene Szene-Ikonen hervorgebracht. Auch wirtschaftlich passiert viel: Die Singapore Tourism Board arbeitet mit BLAST zusammen, um Gaming-Tourismus zu fördern, und Razer hat ein AI Centre of Excellence im Land eröffnet.
Singapur erkennt, dass Gaming längst mehr ist als Freizeitbeschäftigung – es ist Kultur, Wirtschaftsfaktor und Sport in einem. Wenn der Gesetzesentwurf durchgeht, wird das offiziell bestätigt. Und für viele in der Szene wäre das nicht weniger als ein historischer Moment.