Arena of Valor hat sich in diesem Jahr an seinem eigenen großen Bruder vorbeigeschoben. Während Honor of Kings weltweit weiter ausrollt und die Esport-Infrastrukturstück für Stück aufbaut, landete das internationale Championship von AOV beim Publikum schlicht größer – und das ziemlich deutlich. Laut Esports Charts kletterte die diesjährige Spitzenzahl über 742.000 gleichzeitige Zuschauer, während Honor of Kings bei rund 696.000 stehenblieb.
Zwei Spiele, ein gemeinsamer Ursprung – aber unterschiedliche Dynamiken
Arena of Valor existiert eigentlich nur, weil Honor of Kings lange Zeit ausschließlich in China spielbar war. 2016 startete AOV als internationale Version, während Honor of Kings erst viele Jahre später – im Sommer – überhaupt global launchte. Mit dem gewaltigen chinesischen Erfolg im Rücken sollte der internationale Push logisch sein, und das Esport-Ökosystem von HOK steht längst auf stabilen Füßen. Trotzdem reicht diese Strahlkraft aktuell nicht aus, um das Momentum von Arena of Valor einzuholen.
AOVs International Championship wirkte wie eine Wiederholung alter Stärken: starke Märkte in Südostasien, große Community-Bindung und ein Turnierformat, das sich über viele Stunden und Tage trägt. Mehr als 21,6 Millionen Stunden Watchtime sind ein Statement – genauso wie der Peak am Finaltag, der das Event zum drittgrößten Arena-of-Valor-Turnier des Jahres macht.
Warum AOV weiter oben steht
Die Zahlen sprechen für sich. Auch wenn AOV in einigen Regionen Rückschläge hinnehmen musste – etwa mit der Einstellung der indonesischen Star League im Frühjahr – blieb das internationale Turnier ein Fixpunkt, der Fans zusammenhält. Selbst ohne mehrere bekannte Teams aus Indonesien blieb die Reichweite stabil und international breit.
Dass die Championship in dieser Form sogar zu den Top-7-Events der gesamten AOV-Geschichte zählt, zeigt, wie konstant das Spiel im globalen Esport verankert ist. Ein Erfolgsfaktor ist sicherlich die tiefe Verwurzelung in Südostasien, wo mobile Titel zu den stärksten Esports-Communities überhaupt zählen.
Honor of Kings wächst – aber langsamer als erwartet
Honor of Kings ist dagegen in einem anderen Stadium. Die Globalisierung des Spiels ist neu, und die internationale Szene formt sich noch. Mit 3,2 Millionen Stunden Watchtime, einem Peak von knapp 700.000 und klarer Steigerung gegenüber früheren HOK-Events ist das Momentum da – nur eben noch nicht so breit wie bei Arena of Valor.
Wichtig ist: Das internationale Championship von HOK fand ohne chinesische Teams statt. Der Kernmarkt spielt in einem eigenen, separaten Circuit, wodurch die globale Spitze erst noch wachsen muss. Für ein Spiel, das außerhalb Chinas erst seit kurzer Zeit verfügbar ist, wirken die Zahlen wie ein Fundament, auf dem sich durchaus eine große Bühne aufbauen lässt.
Level Infinite fährt die Expansion jedenfalls konsequent weiter und scheint überzeugt: Das Publikum kommt – vielleicht nur etwas später als beim großen Konkurrenten.
Zwei mobile Giganten, zwei Kurven
Während Arena of Valor stabil weiterzieht und international verlässlich performt, baut Honor of Kings sein globales Kapitel erst auf. Die Konkurrenz ist damit weniger ein Kopf-an-Kopf-Rennen als zwei Spiele, die in verschiedenen Entwicklungsphasen unterwegs sind. Für dieses Jahr aber gilt: AOV hat die Nase vorne.