Bei Astralis liegen die Nerven blank. Während das Counter-Strike-2-Team in Budapest um die nächsten Major-Runden spielt, hat CEO Jonas Gundersen bestätigt, dass die Dezember-Gehälter nicht wie geplant ausgezahlt wurden. Was zuerst über die dänische Zeitung Ekstra Bladet durchsickerte, ist inzwischen offiziell: Die Zahlungen zum 1. Dezember sind ausgeblieben.
Zwei Wochen Verzögerung – und ein Bonus als Ausgleich
Gundersen erklärte den Mitarbeiter:innen, dass man mit einer Verzögerung von rund zwei Wochen rechnen müsse. Ausgelöst wurde das Ganze durch „Herausforderungen“ auf Seiten der neuen Eigentümer, nachdem Fusion Esports Group Astralis im September übernommen hatte. Gerade zum Jahresende ist das eine denkbar unangenehme Nachricht, was Gundersen selbst offen einräumt.
Um die Situation etwas abzufedern, sollen Betroffene bei der Auszahlung zusätzlich zehn Prozent erhalten. Eine kleine Entlastung – aber eben trotzdem ein Eingeständnis, dass die Organisation gerade nicht so rund läuft, wie man es sich zum Start einer neuen Ownership wünschen würde.
Auswirkungen mitten im Budapest Major
Die Verzögerung trifft nicht nur das Backoffice, sondern auch die Spieler, die aktuell beim StarLadder Budapest Major auf der Bühne stehen. Für Astralis ist es der erste Auftritt bei einem Valve-Major seit drei Jahren, und genau deshalb wiegt das Timing doppelt schwer. Mentaler Fokus, sportlicher Druck, dazu eine finanzielle Baustelle – die Mischung ist alles andere als optimal.
Alte Probleme, neuer Besitzer
Ein Blick zurück zeigt, wie tief die Probleme reichen. Vor der Übernahme hatte Astralis für 2024 einen Nettoverlust von über 31 Millionen DKK gemeldet – ein Ergebnis, das eng mit sportlichem Durchhängen und der tiefgreifenden Restrukturierung der Counter-Strike-Szene zusammenhängt. Der Abschied von den alten Franchise-Ligen bedeutete für viele Organisationen den Wegfall stabiler Einnahmen, und Astralis traf es besonders hart.
Jetzt, mit neuer Ownership und ersten operativen Veränderungen, versucht die Organisation den Kurs zu korrigieren. Doch der Dezember-Patzer zeigt, wie fragil die Lage weiterhin ist.