Das StarLadder Budapest Major hat nicht nur Counter-Strike-Fans überrascht, sondern auch das Pick ’Em-System komplett auf links gedreht. Am Ende konnten gerade einmal 0,03 Prozent aller teilnehmenden CS2-Spieler den begehrten Diamond Coin einsammeln. Ein Wert, der zeigt, wie gnadenlos unberechenbar dieses Major wirklich war.
Damit ist der Budapest-Diamond-Coin der zweitseltenste Pick ’Em-Reward der letzten fünf Majors. Nur ein einziges Event war noch brutaler für alle, die glaubten, das Turnier halbwegs lesen zu können.
Die Zahlen stammen von Leetify, einer Plattform, die Match- und Performance-Daten aus Counter-Strike auswertet. Im Vergleich dazu wirkten andere Majors fast schon großzügig: Shanghai, Kopenhagen und Paris lagen teils deutlich höher, wenn es um erfolgreiche Diamond Coins ging. Budapest hingegen hat selbst erfahrene Szene-Tracker kalt erwischt.
Nach dem bekannten Pick ’Em-Prinzip mussten Spieler über alle Phasen hinweg zahlreiche Aufgaben korrekt vorhersagen. Gerade in den Playoffs wurde es heikel, denn dort zählten nicht nur der richtige Champion, sondern auch mehrere Detailtipps, die keinerlei Spielraum für Ausrutscher ließen. Ein falscher Call, und der Diamond Coin war praktisch erledigt.
Ein Major, das niemand kommen sah
Was Budapest so tödlich für Pick ’Ems gemacht hat, war weniger ein einzelnes Upset, sondern die schiere Masse an unerwarteten Ergebnissen. Bereits in Stage 1 flog GamerLegion früh raus, während FlyQuest mit einem makellosen 3:0 plötzlich sicher in Stage 2 stand. Viele Tipps waren damit schon nach wenigen Tagen verbrannt.
In Stage 2 ging es genauso weiter. Aurora Gaming verabschiedete sich überraschend, weitere sichere Picks kippten, und das gesamte Turnier entwickelte eine Eigendynamik, die sich kaum noch prognostizieren ließ. Spätestens als FaZe Clan zu seinem märchenhaften Lauf Richtung Grand Final ansetzte, war klar: Dieses Major folgt keinem Skript.
Dass ausgerechnet FaZe, nach einer langen Phase der Inkonstanz, bis ganz nach vorne marschierte, war sinnbildlich für das gesamte Event. Für Fans ein Spektakel, für Pick ’Em-Spieler ein Albtraum.
Nur ein Major war in dieser Hinsicht noch grausamer. Beim Austin Major lag die Quote für den Diamond Coin bei gerade einmal 0,01 Prozent. Budapest reiht sich nun direkt dahinter ein und unterstreicht, wie schwierig Vorhersagen in der aktuellen CS2-Landschaft geworden sind.
Mit Blick auf das kommende Major in Köln stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Valve am Pick ’Em-Format nachjustieren wird oder ob diese extreme Seltenheit inzwischen Teil des Charmes ist. Sicher ist nur: Wer in Zukunft einen Diamond Coin trägt, hat entweder unfassbar gut gelesen – oder einfach alles richtig geraten.