Es gibt Offseason-Momente, die sich sofort größer anfühlen als ein normales Roster-Update. Der Wechsel von JunJia und HongQ zu JD Gaming gehört genau in diese Kategorie. Zwei Spieler, die gerade ein Jahr hinter sich haben, das CFO und die gesamte pazifische Region ins internationale Spotlight gezerrt hat, landen nun in einem LPL-Lineup, das unbedingt wieder Anschluss an die Weltspitze finden will. Und genau deshalb wirkt dieser Move so elektrisierend: JDG greift an – und das mit einem Mid-Jungle-Duo, das in den vergangenen Monaten für einige der klarsten, mutigsten Entscheidungen im internationalen Play gesorgt hat.
Ein Duo, das CFO von Außenseitern zu Dauergästen auf der Weltbühne gemacht hat
Mit CFO hatten JunJia und HongQ ein Jahr, das man kaum replizieren kann. Die Organisation war das einzige Team weltweit, das in jeder internationalen Competition auftauchte, und sie haben diese Einladung nie leichtfertig behandelt. Gegen T1 standen sie ohne Angst auf der Bühne, Anyone’s Legend musste sich strecken, um sie abzuschütteln, und ihr Worlds-Run bis ins Top 8 wirkte wie der natürliche Abschluss eines Jahres, das fast zu schnell vorbei ging.
Für JunJia fühlt sich der Wechsel wie eine Rückkehr an – zurück in eine Liga, in der er schon einmal EDG als Subjungler unterstützte, lange bevor die LPL wieder einen neuen Worlds-Titel brauchte. HongQ hingegen tritt erst jetzt in diese Welt ein, kaum 18, aber schon mit diesem leisen Selbstverständnis, das nur Spieler haben, die ihr Rookie-Jahr nicht einfach gespielt, sondern geprägt haben.
JDG baut ein Lineup auf, das nach mehr als nur einem guten Split aussieht
Das Bild für 2026 wird klarer: Xiaoxu bleibt oben, stabil, roh, aber mit viel Entwicklungsspielraum; Vampire rückt als Support nach und bringt aus seiner Zeit bei WE dieses Gefühl mit, dass er gern dorthin geht, wo es gerade weh tut; und über allem schwebt die Ankunft von Tabe.
Der Mann hat aus Teams wie BLG und Anyone’s Legend in kurzer Zeit internationale Schwergewichte gemacht, und jede Truppe, die er in die Hand nimmt, bekommt plötzlich diese ruhige Klarheit im Midgame. JDG wollte jemanden, der wieder Struktur in ein Jahr bringt, das ihnen aus den Fingern geglitten ist – und Tabe ist genau dieser Coach.
Jetzt fehlt nur noch der ADC-Spot, und die Gerüchte wirken so konkret, dass man sie fast schon als halbe Bestätigung lesen kann. Wenn GALA wirklich nachrückt, steht da ein Roster, das in seinem Kern hungrig wirkt, und gleichzeitig erfahren genug ist, um nicht erneut an der internationalen Qualifikation vorbeizurutschen. Es wäre der erste JDG-Kader seit langem, der sich nicht nur ambitioniert liest, sondern auch diese gewisse Schärfe hat, die man in der LPL braucht, um relevant zu bleiben.
Ein Team, das wieder spürbar gefährlich wirken will
JDG hat im vergangenen Split zu oft zugesehen, wie andere die Bühne bespielen durften. Kein MSI, kein Worlds, kein internationales Spotlight. Diese Verpflichtungen zeigen ziemlich eindeutig, dass man dieses Gefühl nicht noch einmal erleben möchte.
Mit JunJia und HongQ erhält JDG eine Achse, die über CFO hinaus gewachsen ist. Sie kommen nicht als Projekt, sondern als fertiges Statement. Und genau das wird man in der LPL merken, sobald die ersten Spiele laufen.