Karsa beendet seine League-of-Legends-Karriere

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Von Flash Wolves bis zur Weltspitze
  2. Höhen, Zweifel und der mentale Preis
  3. Ein Abschied ohne Bitterkeit
  4. Ein neues Kapitel, noch ohne klare Konturen
Karsa
Image credit: Karsa via YouTube

Manche Abschiede kommen laut, andere ganz still. Hung „Karsa“ Hau-hsuan hat sich für Letzteres entschieden. Nach elf Jahren im Pro-Play zieht einer der prägendsten Jungler seiner Generation einen Schlussstrich unter seine Karriere. Kein Drama, kein großes Inszenieren. Stattdessen ein ehrliches Video, ein paar Sätze, die hängen bleiben, und das Gefühl, dass hier jemand sehr bewusst loslässt.

„Heute halte ich hier an. Karsa, der Spieler, verabschiedet sich. Aber ich gehe mit einer neuen Identität weiter.“ Mehr Pathos braucht es nicht.

Von Flash Wolves bis zur Weltspitze

Karsas Geschichte beginnt dort, wo für viele Fans alles angefangen hat: bei den Flash Wolves. Die Jahre dort beschreibt er selbst als die glücklichste Zeit seiner Karriere. Tryouts, erste großen Matches, das Gefühl, dass alles möglich ist. Rückblickend wirken diese Erinnerungen fast schwerelos, wie Momentaufnahmen aus einer anderen Ära des Spiels.

Später folgten Stationen bei Royal Never Give Up, CTBC Flying Oyster und PSG Talon. Mit RNG kamen die ganz großen Erfolge. LPL-Titel, MSI-Gold, internationale Anerkennung. Karsa war nicht nur dabei, er war zentraler Bestandteil dieser Runs.

Höhen, Zweifel und der mentale Preis

Doch seine Karriere war nie nur eine Abfolge von Pokalen. Gerade die späteren Jahre beschreibt Karsa ungewohnt offen. Bei PSG Talon lief es nicht mehr so, wie er es sich vorgestellt hatte. Die eigene Erwartung, das Team tragen zu müssen, wurde zur Belastung. Irgendwann kam der Punkt, an dem er selbst um einen Wechsel bat, weil er merkte, dass es so nicht weiterging.

Er spricht über mentale Tiefpunkte, über Therapie, über das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht zu werden. Gleichzeitig erwähnt er auch die Menschen, die ihn aufgefangen haben, allen voran Coach Cheng „CorGi“ Pin-Lun, der ihm spielerisch noch einmal neue Stabilität gab. Trotzdem war klar, dass dieser Abschnitt kein Neubeginn mehr werden würde.

Ein Abschied ohne Bitterkeit

In seinem Statement klingt keine Verbitterung. Eher Dankbarkeit. Für die Bühne, den Lärm der Crowd, die Adrenalinspitzen in entscheidenden Games. Karsa betont, dass er jeden Moment genossen hat, selbst die schmerzhaften. Vielleicht gerade die.

Die Reaktionen aus der Community ließen nicht lange auf sich warten. Trauer, Respekt, Nostalgie. Viele Fans nennen ihn einen der besten Jungler aller Zeiten, besonders in Taiwan. „Goodbye, Taiwan’s strongest jungler“, schrieb ein Nutzer auf Reddit. Es ist dieser eine Satz, der ziemlich gut zusammenfasst, was er für viele war.

Ein neues Kapitel, noch ohne klare Konturen

Ganz verschwinden wird Karsa nicht. In seinem Abschiedsvideo spricht er davon, mehr streamen zu wollen und sich seiner Community auf neue Weise zu nähern. Was genau diese neue Identität sein wird, lässt er offen. Kein fester Plan, kein großes Versprechen. Nur die Bereitschaft, weiterzugehen.

Nach elf Jahren im Pro-Play fühlt sich das passend an. Kein Knall. Kein abruptes Ende. Sondern ein ruhiger Schritt von der Bühne, während der Applaus noch nachhallt.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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