ULF Esports steckt mitten in einer öffentlichen Auseinandersetzung, nachdem mehrere Spieler und Mitarbeitende von ausstehenden oder verspäteten Gehaltszahlungen gesprochen hatten. Die Organisation reagiert nun mit einem offiziellen Statement und nennt die Vorwürfe „haltlos“ – doch die Szene wirkt alles andere als überzeugt.
Organisation dementiert – und spricht von gezielter Kampagne
In einem längeren Post auf X beschreibt ULF die Anschuldigungen als eine „koordinierte“ und „manipulative“ Narrative. Man habe alle Verpflichtungen gegenüber Spieler:innen, Angestellten und Partnern fristgerecht erfüllt, heißt es. Keine Zahlungen seien jemals verzögert worden.
Dazu kündigte ULF an, in den kommenden Tagen Vertragsunterlagen, Bankbelege und weitere Dokumente zu veröffentlichen, um „volle Transparenz“ zu schaffen. Parallel sei eine interne Untersuchung angelaufen. Gegen Personen, die dem Ruf der Organisation absichtlich schaden würden, behalte man sich rechtliche Schritte vor.
Für den Club kommt der Moment denkbar ungünstig: Nach dem Top-2-Finish bei VCT Ascension ist ULF für die VCT EMEA qualifiziert und steht damit erstmals im großen Spotlight. Auch im türkischen League-of-Legends-System war das Team präsent – mit zwei dritten Plätzen in Spring und Summer und jeweils einer Teilnahme an den EMEA Masters.
Spieler:innen halten dagegen und melden sich öffentlich
Die Vorwürfe kamen vor allem aus dem League-of-Legends-Roster. Jungler Typhoon war der Erste, der die Situation offen ansprach, und reagierte nun erneut auf das Statement des Clubs. Er betont, er könne „visuelle Beweise“ liefern und wolle schlicht, dass dem Team das zustehe, was vertraglich vereinbart wurde.
Auch weitere Spieler und Staff aus dem LoL-Team, darunter Gori und Coach Hoon, haben sich öffentlich an Riot Games gewandt und um Unterstützung gebeten. Dass mehrere Personen unabhängig voneinander an die Öffentlichkeit gehen, hat die Szene aufhorchen lassen – und verleiht den Vorwürfen mehr Gewicht, als ULFs Dementi einfangen kann.
Während die Organisation auf vollständige Transparenz setzt und mit der Veröffentlichung von Dokumenten droht, bleibt die Stimmung angespannt. Für Riot Games, das seine Partnerligen zunehmend stärker regelt, dürfte der Fall besonders heikel sein. Was hier ans Licht kommt, könnte direkten Einfluss auf ULFs Start in die VCT EMEA haben.