Manchmal reicht ein einzelner Zahlenfehler, um ein ganzes Matchmaking-Gefühl zu verzerren. Genau das ist bei Dota 2 passiert – und zwar mit Clinkz. Ein kritischer Bug in seiner Innate-Ability hat den Carry über Wochen deutlich stärker gemacht, als er eigentlich sein sollte. Jetzt ist der Fix live.
Infernal Shred wirkte deutlich stärker als gedacht
Konkret ging es um Infernal Shred. Die Ability sollte eigentlich die Rüstung eines Ziels reduzieren. Stattdessen griff sie aber auf einen ganz anderen Wert zu: die prozentuale physische Schadensreduktion.
In der Praxis bedeutete das Folgendes: Hatte ein Hero etwa 20 Armor, also rund 55 % physische Schadensreduktion, wurde nicht die Rüstung selbst reduziert, sondern 20 % dieser Prozentzahl. Das drückte die physische Defense auf etwa 35 % – was effektiv eher 9 Armor entspricht. Der Effekt war damit fast doppelt so stark wie vorgesehen.
Nach dem Fix funktioniert Infernal Shred nun korrekt. Bei denselben 20 Armor sinkt der Wert sauber auf 16. Kein versteckter Multiplikator mehr, keine absurden Damage-Spikes – einfach das, was im Tooltip steht.
Clinkz’ Dominanz im High-MMR erklärt sich rückblickend
Dass Clinkz zuletzt überall war, kam also nicht aus dem Nichts. Vor dem Patch war er einer der erfolgreichsten Carries im Ranked. In Matches über 7.000 MMR lag seine Winrate bei 56,6 %. Auf Dota2ProTracker führte er zudem die Pick-Statistiken für Position 1 an.
Mit dem Bugfix dürfte sich dieses Bild spürbar verändern. Weniger Burst, weniger Snowball-Potenzial – und wieder mehr Raum für andere Carries, die zuletzt kaum Luft bekommen haben.
Kleiner Fix, große Wirkung – auch abseits von Clinkz
Neben Clinkz haben die Entwickler noch einen weiteren, eher skurrilen Fehler behoben. Im Ability-Draft-Modus konnte Terrorblade durch Metamorphosis unsichtbar, nicht anwählbar und damit faktisch unverwundbar werden. Auch dieser Bug ist jetzt Geschichte.
Unterm Strich ist es einer dieser Patches, die unscheinbar wirken, aber das Spielgefühl massiv beeinflussen. Clinkz bleibt spielbar, aber nicht mehr absurd effizient – und genau so fühlen sich gute Balance-Fixes an.