Man rechnet mit vielen Dingen, aber damit eher nicht. Team Vitality wird seinen Titel bei der ESL Pro League nicht verteidigen. Die amtierenden Champions haben ihre Einladung ausgeschlagen, ebenso Team Falcons. Und plötzlich fühlt sich Season 23 ganz anders an. Offener. Unberechenbarer. Ein bisschen so, als hätte jemand das Meta vor dem Start einmal komplett durchgemischt.
Für die Liga heißt das vor allem eins: Raum. Raum für Teams, die sonst im Schatten der üblichen Favoriten stehen. Und genau den gibt ESL jetzt frei.
Neue Gesichter, neue Startbedingungen
Durch die Absagen rücken Ninjas in Pyjamas und Passion UA ins 24er-Line-up nach. Beide müssen allerdings den Umweg über die Online-Phase gehen, die Ende Februar startet und sich bis in den März zieht. Parallel dazu profitieren andere von der Situation. Aurora Gaming und B8 starten direkt in Stage 2, ohne den zusätzlichen frühen Härtetest.
Auch FUT Esports bekommt eine Chance. Möglich macht das eine Sperre für Lynn Vision, die nach einem kurzfristigen Rückzug von einem früheren ESL-Event für ein Turnier aussetzen müssen. Ein klassischer Fall von Lücke genutzt, Platz gewonnen.
Das obere Regal ist trotzdem gut gefüllt
Trotz der prominenten Absagen bleibt die ESL Pro League ein Tier-1-Event. Teams wie FURIA und Team Spirit haben ihre Einladung angenommen. Dazu kommen bekannte Namen wie NAVI, MOUZ und FaZe Clan. Acht der zehn bestplatzierten Teams aus den aktuellen Valve Regional Standings steigen direkt in Stage 2 ein.
Ergänzt wird das Feld durch die Sieger der ESL Challenger League und des DreamHack Knockout. Für diese Teams ist die Pro League mehr als nur ein Turnier. Es ist die Chance, sich auf derselben Bühne zu beweisen wie die ganz Großen.
Ein Turnier mit offenem Ausgang
Ohne Vitality und Falcons fehlt nicht nur Starpower, sondern auch ein klarer Favorit. Genau das macht Season 23 so spannend. Wer es durch die Online-Phase schafft, kämpft um einen der acht Plätze für die LAN-Finals in Stockholm. Drei Tage, große Bühne, alles auf Anfang.
Diese ESL Pro League fühlt sich weniger nach Pflichtprogramm an und mehr nach Gelegenheit. Für manche Teams vielleicht die beste Chance seit Langem, einen Tier-1-Titel zu holen. Für die Zuschauer bedeutet das vor allem eins: weniger Vorhersehbarkeit, mehr Chaos. Und genau dafür schalten wir am Ende ja ein.