25 Jahre RuneScape. Das ist eine Zahl, bei der viele Online-Games längst im Wartungsmodus wären. Alte Systeme, vorsichtige Updates, bloß nichts anfassen, was noch Geld bringt. Jagex entscheidet sich mit RS25 bewusst für einen anderen Weg – und das merkt man dieser Ankündigung sofort an.
Denn RS25 liest sich nicht wie eine Geburtstagsfeier, sondern wie ein Richtungsentscheid. Weniger kosmetisches Schulterklopfen, mehr klare Aussagen darüber, was RuneScape in Zukunft sein soll – und was eben nicht mehr dazugehört.
Integrität statt Gewohnheit
Der wichtigste Satz fällt dabei fast nebenbei: Treasure Hunter wird entfernt. Komplett. Das Microtransaction-System, das die Community über Jahre gespalten hat, verschwindet. Nicht schrittweise, nicht umgebaut, sondern als bewusster Schnitt nach einer Spielerabstimmung.
Das ist kein kleiner Move. Für ein Spiel, das seit Jahrzehnten existiert, bedeutet das vor allem eins: Jagex ist bereit, bestehende Einnahmestrukturen zu opfern, um Vertrauen zurückzugewinnen. Kombiniert mit Avatar-Überarbeitungen, visuellen Updates und besserem Support fühlt sich das weniger nach PR an und mehr nach einem echten Reset im Denken.
Old School bleibt nicht stehen
Auch Old School RuneScape bekommt keinen Schonmodus. Nach Sailing folgt eine Roadmap, die bewusst groß klingt. Neue Raids, neue High-End-Quests, eine weitere League – alles Dinge, die klar signalisieren, dass OSRS nicht nur konserviert, sondern weiterentwickelt wird.
Gerade spannend ist dabei weniger das einzelne Feature, sondern der Kontext. Jagex positioniert Old School weiterhin als Spiel, das aus der Community heraus wächst. Entscheidungen werden erklärt, diskutiert und öffentlich gemacht. Das fühlt sich inzwischen weniger nach Live-Service-Management an und mehr nach Co-Existenz zwischen Studio und Spielern.
Dragonwilds als Blick über den Tellerrand
Mit RuneScape: Dragonwilds zeigt sich außerdem, wie weit Jagex mittlerweile denkt. Über eine Million Verkäufe im Early Access sind nicht nur eine nette Zahl, sondern ein Beweis, dass RuneScape auch außerhalb klassischer MMO-Strukturen funktioniert.
Die geplanten Erweiterungen und der bevorstehende Full Release machen klar: Dragonwilds ist kein Experiment mehr, sondern Teil einer größeren RuneScape-Identität, die sich nicht auf ein Genre festnageln lässt.
RuneScape verlässt den Bildschirm
RS25 findet nicht nur im Spiel statt. RuneFest wird größer denn je, Deadman-Events wandern erstmals in die USA, Creator-Formate werden ausgebaut. RuneScape positioniert sich wieder sichtbar als Kultur, nicht nur als Produkt.
Auch das neue Membership-Wrapped-Programm passt in dieses Bild. Statt täglicher Login-Goodies geht es um Anerkennung von Zeit, Geschichte und Engagement. Ein Ansatz, der sich erstaunlich modern anfühlt für ein Spiel, das vor einem Vierteljahrhundert im Browser gestartet ist.
Jagex definiert sich neu
Mit dem neuen Selbstverständnis als „The RuneScape Company“ macht Jagex klar, worum es künftig geht. RuneScape ist nicht nur ein Legacy-Titel im Portfolio, sondern das Zentrum aller Entscheidungen.
RS25 wirkt deshalb weniger wie ein Jubiläumsjahr und mehr wie ein Statement. RuneScape soll nicht einfach weiterlaufen. Es soll sich wieder relevant anfühlen, ehrlich, klar und spielergetrieben. Für viele langjährige Spieler dürfte das die spannendste Nachricht sein, die dieses Spiel seit Jahren gemacht hat.