Im britischen Hochschul-Esports gibt es einen Führungswechsel. Die British Esports Federation hat bekannt gegeben, dass Tom Dore neuer Managing Director von National Student Esports wird. Damit rückt jemand an die Spitze, der im Ökosystem längst verankert ist und genau weiß, wie eng studentischer Esports, Verbandsarbeit und internationale Strukturen inzwischen miteinander verflochten sind.
Dore folgt auf Alex Coulson und übernimmt die Rolle im Rahmen einer Abordnung von British Esports. Der Wechsel kommt nicht überraschend, sondern wirkt eher wie eine logische Fortsetzung der Entwicklung, die NSE in den vergangenen Jahren genommen hat.
Eine Rolle zwischen Verband, Hochschulen und Szene
Parallel zu seiner neuen Aufgabe bei NSE bleibt Tom Dore auch weiterhin bei British Esports eingebunden. Dort übernimmt er eine freiwillige Funktion, um die Zusammenarbeit zwischen Verband und Studierendenliga eng zu halten. Zusätzlich behält er seinen Posten als Vice Chair der Global Esports Federation, was seine Rolle noch einmal klar verortet.
Genau diese Mehrfachperspektive ist spannend. Studentischer Esports wird nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines größeren Ganzen, das von Schulprojekten über Universitäten bis hin zu internationalen Wettbewerben reicht.
Neuer Rahmen nach der Übernahme von NSE
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der sich rund um NSE strukturell viel bewegt. Im vergangenen Herbst wurde die Studierendenliga von Esports Global übernommen. Damit ist eines der größten studentischen Esports-Netzwerke Europas entstanden, mit deutlich mehr Reichweite, aber auch höheren Erwartungen.
Dore machte in seinem Statement deutlich, dass er auf der bisherigen Arbeit aufbauen will. Der Fokus liegt darauf, bestehende Formate weiterzuentwickeln und neue Chancen für Studierende zu schaffen, sowohl im Wettbewerb als auch im Austausch mit Partnern aus der Industrie.
NSE als Fundament für britischen Uni-Esports
National Student Esports existiert seit 2017 und ist für viele Spielerinnen und Spieler der erste Kontakt mit organisiertem, kompetitivem Esports. In der Saison 2024/25 nahmen 117 Universitäten teil, gespielt wurden Titel wie Counter-Strike 2, League of Legends und Rocket League. Für einen großen Teil der Szene ist NSE längst mehr als nur ein Uniwettbewerb, sondern ein Sprungbrett.
British Esports denkt weiter als Turniere
Auch British Esports selbst hat zuletzt verstärkt den Blick geweitet. Partnerschaften mit der English Football League setzen Esports gezielt als Werkzeug für digitale Bildung ein. Gleichzeitig arbeitet der Verband mit dem Ministry of Defence an den International Defence Esports Games.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Ernennung von Tom Dore weniger wie ein reiner Personalwechsel, sondern eher wie ein strategisches Signal. Studentischer Esports soll sichtbarer, besser vernetzt und langfristig relevanter werden – nicht nur für Universitäten, sondern für die gesamte britische Esports-Landschaft.