Ein neues Jahr, ein klarer Schnitt. Wildcard geht mit einem grundlegend überarbeiteten Counter-Strike-2-Roster in die kommende Saison und setzt damit einen Schlussstrich unter eine unruhige Phase voller Wechsel. Was bleibt, ist ein Mix aus interner Entwicklung, gezielten Neuzugängen und dem Willen, sich wieder von unten nach oben zu arbeiten.
Ein Kern bleibt, der Rest wird neu gedacht
Der einzige Spieler, der auch beim letzten Auftritt von Wildcard im Vorjahr auf dem Server stand, ist Jaxon Peeping Cornwell. Um ihn herum entsteht nun ein neues Fundament. Aus der eigenen Academy rücken Miłosz “mhL” Knasiak und Simon “sSen” Solnæs Iversen ins Main-Team auf – ein klares Zeichen, dass Wildcard auf internes Wachstum setzt.
Dazu kommen zwei externe Bausteine. Anthony “CLASIA” Kearney bringt jahrelange Erfahrung aus der nordamerikanischen Szene mit, während Ethan “reck” Serrano nach mehreren Monaten auf der Bank von M80 wieder aktiv ins Geschehen eingreift.
Konsequenzen nach einem verpassten Major
Der Umbau ist die direkte Folge einer enttäuschenden zweiten Jahreshälfte. Nach dem Verpassen der StarLadder Budapest Major-Qualifikation hatte Wildcard bereits im November reagiert. Zu dem Zeitpunkt hatten sie Peter “stanislaw” Jarguz, Joshua “JBa” Barutt und Love “phzy” Smidebrant auf die Bank gesetzt. Mit dem neuen Roster wird dieser Umbruch nun endgültig vollzogen.
Für reck bedeutet der Wechsel gleichzeitig einen Neustart nach seinem Einsatz beim BLAST.tv Austin Major. CLASIA gilt als Konstante der NA-Szene, denn er hat schon für mehrere Organisationen gespielt. Dadurch weiß er, wie hart der Weg durch die unteren Tiers ist.
Zurück bei null – und das ganz bewusst
Sportlich beginnt Wildcard praktisch von vorne. Das vorherige Line-up lag zuletzt außerhalb der relevanten Bereiche der Valve Regional Standings, was bedeutet, dass sich das Team erst wieder VRS-Punkte erspielen muss. Ohne Einladungen führt der Weg über kleinere Ranked-Events, Qualifier und jede Menge Pflichtarbeit.
Der erste Schritt folgt direkt zu Jahresbeginn. Beim Miami Frag2 von Fragadelphia trifft Wildcard auf Teams aus Nordamerika und Europa, spielt um Preisgeld und – viel wichtiger – um die ersten Punkte auf dem Weg zurück in den relevanten Wettbewerb. Für Wildcard ist das kein glamouröser Neustart, aber ein ehrlicher. Und manchmal ist genau das die einzige Basis, auf der etwas Nachhaltiges entstehen kann.