Es fühlt sich falsch an, das zu schreiben, aber es ist offiziell: Los Ratones wird es nicht mehr geben.
In einem YouTube-Video am 12. Februar bestätigte Marc Robert “Caedrel” Lamont, dass seine Organisation die Türen schließt. Das Aus kommt kurz nach dem knappen Scheitern bei LEC 2026 Versus – den Playoffs so nah, und am Ende doch draußen.
Ein Projekt, das vom Hype lebte
Gegründet im November 2024 war Los Ratones nie einfach nur ein weiteres ERL-Team. Es war ein Statement. Ein Streamer-Driven-Projekt mit Starpower.
Mit Namen wie Tim “Nemesis” Lipovšek, Martin “Rekkles” Larson und Simon “Baus” Hofverberg zog das Team von Anfang an Aufmerksamkeit auf sich. Selbst Caedrel griff im NLC zeitweise als Support ins Geschehen ein. Das Ganze fühlte sich weniger nach klassischer Organisation an und mehr nach Community-Event auf Steroiden.
Und es funktionierte. Die NLC Spring Finals knackten über 220.000 Zuschauer, zwei EMEA-Masters-Titel folgten, und plötzlich stand ein Tier-2-Team im Rampenlicht des LEC-Ökosystems. Beim Match gegen Team Vitality erreichte die Liga fast 600.000 Peak Viewer. Für ein Projekt, das auf Twitch-Energie gebaut war, ist das absurd stark.
„Bittersweet“ – und endgültig
Caedrel sprach von einem „bittersüßen Ende“. Die erste Woche in der LEC sei brutal gewesen, der Druck riesig. „Unser Schicksal lag in unseren Händen, und wir haben es fallen lassen“, sagte er. Keine Ausreden.
Besonders deutlich wurde er bei der Zukunft: Es wird kein Reboot geben. Kein neues Roster, kein Comeback in ein paar Jahren. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Team nie wieder zurückkommt. Es startet und endet mit dieser Gruppe.“
Auch Nemesis meldete sich zu Wort und nannte es „die wahrscheinlich coolste Erfahrung meines Lebens“. Und trotzdem – auch er klang nicht nach kompletter Endgültigkeit.
Mehr als nur ein ERL-Team
Los Ratones war ein Experiment. Ein Hybrid aus Creator-Macht, Nostalgie und echtem Competitive Drive. Es hat gezeigt, wie viel Zugkraft einzelne Persönlichkeiten im League-of-Legends-Kosmos entwickeln können – selbst ohne Franchise-Spot.
Dass das Projekt jetzt endet, fühlt sich wie das Ende einer kleinen Ära an. Zwei Jahre, die intensiver waren als mancher mehrjährige Aufbauplan.
Und vielleicht bleibt genau das hängen: Es war kurz. Es war laut. Und es hat funktioniert.