WYLDE verlässt Rainbow Six nach fünf Jahren

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Wirtschaft schlägt Leidenschaft
  2. Ein kurzer, aber eindrucksvoller Peak
  3. Teil eines größeren Trends
  4. Wie es weitergeht für WYLDE und Rainbow Six
WYLDE
Image credit: WYLDE_gg via X

Nach fünf Jahren ist Schluss: Die irische Esports-Organisation WYLDE steigt aus Rainbow Six aus. Die Entscheidung markiert das Ende eines Kapitels, das für WYLDE sportlich prägend war, wirtschaftlich aber zunehmend schwer zu tragen wurde. Mitbesitzer der Organisation ist Olympiasieger Usain Bolt, der das Projekt seit Jahren begleitet.

Wirtschaft schlägt Leidenschaft

In einem Statement spricht WYLDE offen aus, was viele Organisationen im Rainbow-Six-Umfeld seit Längerem beschäftigt. Der Betrieb eines konkurrenzfähigen Teams in Rainbow Six Siege sei unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht nachhaltig. Gemeint sind steigende Kosten, notwendige Infrastruktur und angemessene Bezahlung der Spieler, die sich nicht mehr mit den kommerziellen Möglichkeiten decken lassen.

Der Ton der Ankündigung ist dabei alles andere als nüchtern. WYLDE beschreibt den Abschied selbst als schmerzhaft und betont die enge Verbindung zur Szene und Community. Es ist kein kalter Exit, sondern einer, der deutlich macht, dass hier eher die Realität als der Wille entschieden hat.

Ein kurzer, aber eindrucksvoller Peak

Seit dem Einstieg im Jahr 2021 war WYLDE vor allem im europäischen Wettbewerb präsent. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das Team vor allem bei Gamers8 im Jahr 2022. Dort spielte sich das Line-up bis in die Top vier und ließ namhafte Gegner wie Team Liquid und Spacestation Gaming hinter sich. Am Ende standen 155.000 Dollar Preisgeld und ein Moment, der bis heute als sportlicher Höhepunkt der Organisation gilt.

Es blieb allerdings bei diesem einen großen internationalen Auftritt. Danach folgte solide regionale Präsenz, aber kein nachhaltiger Sprung auf die ganz große Bühne.

WYLDE ist nicht allein mit diesem Schritt. In den vergangenen Wochen haben mehrere bekannte Organisationen Konsequenzen gezogen und ihre Rainbow-Six-Projekte beendet oder pausiert. Erst Anfang Januar verabschiedete sich ENVY kurz vor dem Last-Chance-Qualifier für das Six Invitational aus der Szene. Der Eindruck verdichtet sich, dass sich das Ökosystem gerade neu sortiert – nicht immer freiwillig.

Wie es weitergeht für WYLDE und Rainbow Six

Der Rückzug aus Rainbow Six bedeutet nicht den Abschied vom Esport. WYLDE bleibt in anderen Titeln aktiv, darunter Rocket League und Trackmania, und betreibt weiterhin das irische National Esports Centre, das Nachwuchsarbeit und Strukturen in den Fokus stellt.

Für Rainbow Six selbst richtet sich der Blick der Szene nun auf das Six Invitational. In Paris kämpfen Anfang Februar 20 Teams um drei Millionen Dollar Preisgeld und den Weltmeistertitel. Gleichzeitig wirft die Entwicklung Fragen auf, wie tragfähig das Modell für Organisationen langfristig ist – eine Diskussion, die mit dem Ausstieg von WYLDE ein weiteres, sehr sichtbares Kapitel bekommen hat.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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