Shroud pusht Deadlock, aber von Valve kommt wenig

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Shroud übertreibt vielleicht, aber das Spiel hat was
  2. Die Esports-Szene existiert kaum
  3. Valve macht Valve-Sachen
  4. Shrouds Optimismus ist gewagt
Deadlock Charakterauswahl
Image credit: Deadlock / Valve

Shroud ist komplett gehyped von Deadlock und redet das Spiel hoch, wo er nur kann. Nach dem letzten Update sind die Spielerzahlen von 2.500 auf 8.000 gesprungen, und der Streamer tut so, als wäre das der Beweis, dass Deadlock der nächste große Hit wird. „Das beste Art-Design, das ich je gesehen habe“, sagt er. Okay, die Vision kann ich sehen.

Das Spiel ist immer noch invite-only, hat keinen Release-Termin und Valve kommuniziert wie immer: wenig. Trotzdem denkt Shroud, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Deadlock durchstartet. Tatsächlich könnte das auch wirklich so kommen: Einige Fans sagen bereits jetzt, dass sie noch nie so viel Spaß mit einem kompetitiven Spiel hatten, und auch sonst ist die Resonanz äußerst positiv.

Shroud übertreibt vielleicht, aber das Spiel hat was

Das Art-Design ist tatsächlich anders als der Standardkram. Steampunk-Atmosphäre mit eigenem Stil, sieht nicht aus wie Overwatch Aufguss Nummer 47. Die Bewegungsmechaniken sind komplex, die Helden haben Tiefe, der Skill-Ceiling ist hoch.

Shroud brauchte 20+ Stunden, um die Basics zu kapieren. Das ist entweder ein Zeichen für geniale Tiefe oder schlechtes Game Design. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, denn Deadlock ist ja quasi noch in der Alphaphase und wird auch Gameplay mäßig noch einige Iterationen durchlaufen.

Das Problem: Komplexe Spiele sind schwer zu vermarkten. Casual-Spieler wollen nicht stundenlang lernen, bevor sie Spaß haben. Hardcore-Spieler lieben sowas, aber die sind eher eine Minderheit.

Die Esports-Szene existiert kaum

Night Shift-Turniere mit 1.000 Dollar pro Event – das ist Taschengeld im Esports. Große Orgs wie Virtus.pro und PARAVISION sind schon wieder raus, weil sie derzeit noch keine Perspektive sehen.

Ohne offizielle Valve-Unterstützung bleibt die Szene winzig. Teams brauchen Geld, Sponsoren brauchen Zuschauer, Zuschauer brauchen zugängliche Streams. Deadlock hat keins davon.

Die aktuelle „Szene“ sind ein paar Streamer und ihre Communitys. Das reicht nicht für nachhaltiges Wachstum, ist vielleicht aber auch nicht schlimm. Es ist offensichtlich, dass das Spiel einfach noch nicht weit genug ist, um es groß zu pushen, aber andererseits werden auch die bereits großen Titel von Valve nicht immer genug gepusht.

Valve macht Valve-Sachen

Keine Roadmap, kein Release-Termin, keine Kommunikation. Das kennt man von den meisten Valve-Titeln schon – Valve announced nie was, bis es fertig ist oder gecancelt wird.

Das invite-only-System ist auch typisch: künstliche Knappheit erzeugt Hype, begrenzt aber das Wachstum. Wer nicht dabei ist, verliert irgendwann das Interesse.

Updates kommen, wann sie kommen. Das ist frustrierend für Spieler und toxisch für konkurrierende den Esports, die Planbarkeit brauchen. Da kann man Valve allerdings auch nicht wirklich einen Strick draus drehen, denn das Spiel ist wie gesagt noch nicht annähernd fertig und es ist schwer, von dem organischen Hype zu kapitalisieren, wenn das Projekt einfach noch nicht so weit ist.

Shrouds Optimismus ist gewagt

Der Typ hat recht, dass Deadlock Potenzial hat. Aber Potenzial allein reicht nicht. Valve muss das Spiel richtig launchen, vermarkten und langfristig supporten. Das ist nicht garantiert, und wird auch noch ’ne Weile dauern. Shroud hat als großer Streamer ein Interesse daran, dass die Spiele, die er mag, erfolgreich werden und Hype generieren.

Deadlock könnte groß werden oder in der Versenkung verschwinden. Bei Valve weiß man das zugegebenermaßen nie (Artifact und Underlords, anyone?). Aber. DotA 2 war auch jahrelang in der Beta-Hölle und hat es letztendlich herausgeschafft.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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