Ein Patch kurz vor einem der wichtigsten Turniere der Saison – kein Wunder, dass VALORANT-Fans und Profis gleichermaßen aufgebracht reagierten. Patch 11.08, der kurz vor dem Game Changers Championship veröffentlicht wurde, hat die Szene gespalten. Nach der viel kritisierten Aussage aus dem Entwicklerpanel, die Situation sei „unglücklich“, meldete sich nun Leo Faria, Global Head of VALORANT Esports, persönlich zu Wort.
„Das Timing ist nicht ideal – aber notwendig“
In einem langen Statement auf X erklärte Faria, dass Riot Games die Lage durchaus nachvollziehen könne – es aber kaum eine andere Option gegeben habe. Der Zeitraum rund um den Herbst sei der einzige Slot, in dem das Entwicklerteam größere Gameplay-Änderungen testen könne, bevor im Januar die neue Saison startet.
„In einer perfekten Welt würden wir große Gameplay-Updates nie direkt vor einem globalen Turnier veröffentlichen“, schrieb Faria. „Aber in der Realität ist das unser einziges Fenster, um VALORANT langfristig frisch zu halten. Wir brauchen diese Zeit, um Balance und Gameplay anzupassen, bevor das neue Jahr beginnt.“
In den vergangenen Jahren sei das kein Problem gewesen, weil die Änderungen kleiner ausgefallen seien. Dieses Jahr allerdings bringe Patch 11.08 deutlich tiefere Eingriffe mit sich. Da die internationalen Turniere teilweise zwei Jahre im Voraus festgelegt werden, sei eine Verschiebung schlicht unmöglich gewesen.
Kein altes Patch-Setup – und warum das so bleibt
Ein weiterer Streitpunkt war die Entscheidung, das Game Changers Championship nicht auf der alten Version spielen zu lassen. Faria bestätigte, dass diese Möglichkeit intern durchaus diskutiert wurde – sich aber letztlich als unpraktisch erwies.
„Einige Teams wollten lieber auf dem alten Patch spielen, andere sahen in der schnellen Anpassung einen Wettbewerbsvorteil“, so Faria. „Es gab also keinen klaren Konsens. Zudem wäre es für die meisten Teams schwieriger geworden, gutes Scrim-Material zu finden, weil der Rest der Szene natürlich bereits auf dem neuen Patch trainiert.“
Riot will in Zukunft nachbessern
Trotz aller Begründungen zeigte sich Faria offen für Veränderungen. Ab 2026 soll das Game Changers Championship zeitlich näher an die VALORANT Champions heranrücken – also in eine Phase, in der keine großen Gameplay-Patches mehr zu erwarten sind.
Parallel plant Riot Games tiefgreifende strukturelle Änderungen für die kommende Saison: Die Ascension-Turniere fallen komplett weg, während Teams aus den Challengers künftig direkt in die VCT Stage 2 Playoffs aufsteigen können.
Das soll nicht nur den Aufstieg vereinfachen, sondern auch Freiraum im Kalender schaffen – genug, um zukünftige Game Changers Events ohne abrupte Meta-Wechsel stattfinden zu lassen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um der Szene jene Stabilität zurückzugeben, die sie schon lange fordert.