Die Esports Integrity Commission (ESIC) hat das schwedische Counter-Strike-2-Team Northern Lights vorläufig suspendiert. Der Schritt folgt auf erste Ergebnisse einer internen Untersuchung, die Verstöße gegen das Integritätsprogramm der Kommission vermuten lässt – und für die Spieler gravierende Folgen haben könnte.
Interne Untersuchung deckt Unregelmäßigkeiten auf
Im Mittelpunkt stehen fünf Spieler: Axel „Axelen“ Enholm, Anton „Meinz“ Evander, Oscar „Avoy“ Dahlkvist, Frank „Fraaank“ Issal und Alexander „frigolito“ Andersson. Laut ESIC dürfen sie vorerst an keinen Turnieren teilnehmen, die Mitgliedsorganisationen der Kommission betreffen.
Auslöser war ein Bericht des schwedischen Veranstalters Elitserien vom 8. Oktober 2025. Dessen interne Untersuchung kam zu dem Schluss, dass mehrere Northern-Lights-Spieler während Matches auf der Plattform Esplay betrogen und Ergebnisse manipuliert haben sollen. Für Avoy, Frigolito und Fraaank gab es jeweils ein Jahr Sperre, während Meinz und Axelen lebenslang von Elitserien ausgeschlossen wurden.
ESIC erklärte, man prüfe nun mögliche Verstöße gegen den Anti-Corruption Code sowie gegen den allgemeinen Verhaltenskodex. Ein finales Urteil soll nach Abschluss der Untersuchung folgen.
Schwedens CS-Szene kämpft mit Vertrauensverlust
Die Szene in Schweden hat es 2025 ohnehin schwer. Schon im April wurde der frühere GODSENT-Profi Joel „joel“ Holmlund lebenslang gesperrt, nachdem er in Online-Partien beim Cheaten erwischt wurde. Der aktuelle Fall um Northern Lights verstärkt den Eindruck, dass das Land mit einem systemischen Problem kämpft – von Amateur-Ligen bis zu Semi-Pro-Teams.
ESICs Kampf gegen Betrug im Esport
Für ESIC ist es bereits die zweite große Maßnahme im Oktober. Erst am 13. desselben Monats suspendierte die Kommission das gesamte Line-up von SENZA, inklusive Coaches und Staff, wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Anti-Corruption Code.
Insgesamt zieht ESIC damit die Schrauben weiter an. Nach einer Reihe globaler Fälle – zuletzt rund um ATOX Esports in Asien – soll der Fokus klar auf Prävention und glaubwürdige Sanktionen liegen. Denn Manipulation und Cheating gehören laut der Organisation zu den größten Gefahren für den Esport: Sie zerstören Vertrauen, untergraben sportliche Leistung und gefährden langfristig ganze Ökosysteme.
Für Northern Lights ist das Urteil noch offen – aber schon jetzt steht fest: Die Rückkehr in den Wettbewerb wird kein einfacher Weg.