Es fühlt sich seltsam an, wenn ein Name wie FunPlus Phoenix plötzlich aus dem LPL-Kosmos verschwindet. Eine Organisation, die einmal ganz oben stand, Paris zum Beben brachte und Europas goldenen G2-Run stoppte, ist nun offiziell nicht mehr Teil der chinesischen Liga. Die LPL hat den Franchise-Slot zurückgekauft – und damit endet die FPX-Reise im Wettbewerb zum Jahreswechsel.
Ein Schritt, den viele erwartet hatten
Dass FPX irgendwann aus der Liga austritt, war schon länger Thema. Eigentlich sollte es schon früher passieren, doch dann war Rare Atom das erste Team, das sich verabschiedete. Mit dem klaren Ziel, die Liga zu verkleinern und strukturell neu aufzustellen, hat die LPL nun nachgezogen. Ab dem 1. Januar wird FPX nicht mehr in der Liga antreten, keine regulären Matches, keine Playoffs, keine Wiedergeburt.
Die LPL verabschiedete die Organisation mit warmen Worten, die fast melodisch klangen: Man habe gemeinsam Stürme überstanden, gehe nun getrennte Wege, teile aber immer noch denselben Wind. Es hatte etwas Poetisches – und gleichzeitig etwas sehr Endgültiges.
Die Weltmeister von 2019 – und der lange Weg danach
Der Abschied wiegt deshalb schwer, weil FPX nicht irgendein Team war. 2019 war ihr Jahr. Doinb, Tian, Lwx, Crisp und GimGoon spielten einen eigenwilligen, hyperaktiven Stil, der G2 im Finale geradezu überrollte. Ein Team, das in Erinnerung bleibt, weil es anders war und trotzdem funktionierte.
Doch genau dieses Funkeln konnten sie nie wieder herstellen. Schlüsselspieler gingen, Lineups wurden neu aufgebaut, Ergebnisse blieben aus. Über die letzten Jahre kämpfte FPX eher darum, im Mittelfeld zu bleiben. Ein Top-8-Ergebnis in der letzten Split war das Beste, was man noch herausholen konnte – weit entfernt von jenen Tagen in Paris.
Und es könnte nicht der letzte Abschied bleiben
FPX ist nicht das einzige Team, das im Raum steht. Auch Royal Never Give Up, eine der legendärsten Organisationen Chinas, soll Berichten zufolge die Liga verlassen. Das Team, in dem Uzi zur Ikone wurde, ist aber noch ohne offizielles Statement. Dennoch passt alles in ein größeres Bild: Die LPL sortiert sich neu, reagiert auf internationale Schwächephasen und sinkende Fanbindung.
Geplant sind ein Auktionssystem für Free Agents, ein strengerer Salary Cap und eine verkleinerte Teamzahl. Es fühlt sich an wie ein Kapitelwechsel – einer, der mit dem Abschied von FPX besonders spürbar wird.