Hytale beginnt ein neues Kapitel – zurück bei den Gründern

Linda Güster
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Hytale
Image credit: Hytale

Hytale war eine dieser Geschichten, die man im Kopf hatte, selbst wenn monatelang Funkstille herrschte. Ein Sandbox-RPG-Hybrid, ein Community-Liebling schon vor Release. Es ist ein Projekt, das nach der Übernahme durch Riot Games plötzlich größer wirkte als sein eigenes Team. Als Riot das Projekt im Sommer einstellte, fühlte sich das für viele wie das Ende an. Doch jetzt ist klar: Es war eher ein Umweg.

Die Rechte liegen wieder bei Simon Collins-Laflamme und Philippe Touchette, den ursprünglichen Hyperpixel-Gründern. Diese haben Hytale einst aus dem Modding-Umfeld heraus aufgebaut haben. Beide hatten das Projekt 2020 verlassen, als Hypixel Studios von Riot übernommen wurde, doch die Rückkehr wirkt nicht nostalgisch, sondern wie ein bewusstes „Wir packen das wieder selbst an“.

Ein Shutdown, der nicht das letzte Wort war

Im Frühjahr hatte ein Entwicklerupdate noch vorsichtig Fortschritte geschildert, neue Engine-Features und interne Tests. Wenige Wochen später stand fest: Hypixel Studios wird geschlossen, Hytale eingestellt. Erst die massive Community-Reaktion setzte alles erneut in Bewegung. Collins-Laflamme beschreibt es rückblickend fast schon nüchtern: Man habe ein Angebot abgegeben, ohne überhaupt zu wissen, wie viel vom Projekt noch übrig sei.

Dass Riot das Angebot akzeptiert hat, wirkt wie ein Abschluss, der beiden Seiten guttut. Die Entwickler können ihren ursprünglichen Traum zurückholen, und Riot verabschiedet sich mit dem Hinweis, Hytale damit „die beste Chance“ zu geben, doch noch zu erscheinen.

Ein kleineres Team, aber ein klarer Plan

Heute arbeiten über 30 frühere Hytale-Entwickler wieder am Projekt. Die Gründer besitzen das Spiel vollständig und haben sich selbst eine zehnjährige Finanzierungszusage gegeben – ein ungewöhnlicher, aber sehr persönlicher Schritt, der zeigt, dass es kein Schnellschuss sein soll.

Der Zustand des Spiels ist laut Blogpost unpoliert“, aber ausreichend, um die Community früh einzubinden. Early Access soll „so bald wie möglich“ starten, inklusive Exploration Mode, Creative Mode und Modding. Adventure Mode und Minigames kommen später nach, was den Early-Access-Charakter deutlich macht. Dass der Prozess mehrere Jahre dauern wird, sagen die Gründer offen.

Die Botschaft ist klar formuliert: Sie wissen, wie riskant ein unfertiger Release ist, aber ohne diesen Schritt würde Hytale nie erscheinen. Der Tenor klingt nach Aufbruch, aber auch nach Ehrlichkeit – nach einem Projekt, das jetzt endlich wieder so gebaut wird, wie es gedacht war.

Mit der Community im Rücken und einem klareren Rahmen als je zuvor beginnt Hytale damit vielleicht gerade sein echtes erstes Kapitel.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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