Noch fühlt sich der Esports Nations Cup ein bisschen an wie eine Bühne, auf der das Licht gerade erst angeht – man erkennt die Grundform, aber die Details entstehen erst jetzt so richtig. Mit Chess.com, SNK und MOONTON Games steigen drei weitere Publisher ein, die den Rahmen des neuen Ländervergleichs klarer zeichnen und dem Event spürbar mehr Gewicht geben.
Ein Turnier, das vom Publisher aus gedacht wird
Mit dem Status als Official Publisher sind die drei Studios nicht einfach nur Logo-Partner, sondern direkt am Fundament beteiligt: Qualifier, Turnierformate, globale Struktur. Der Anspruch klingt ziemlich eindeutig – ein Nations Cup, der für Spieler:innen nachvollziehbar ist, und ein Event, das sich nicht wie ein Marketing-Stunt anfühlt, sondern wie ein Wettbewerb, auf den man hinarbeiten kann.
Ralf Reichert, CEO der Esports World Cup Foundation, hat das in seinem Statement ziemlich offen formuliert. Für ihn steht im Fokus, dass dieses Turnier verdient wirken soll, für Fans genauso wie für die Profis, die in ihren jeweiligen Games jahrelang grindeten. Dass Publisher wie MOONTON oder SNK ihre eigenen Szenen kennen wie kaum jemand sonst, ist da ein klarer Vorteil – vor allem, wenn es um Formate geht, die auf internationaler Bühne funktionieren sollen.
Ein wachsendes Line-up – und eine wachsende Debatte
Die drei neuen Partner schließen sich bereits bestätigten Publishern wie EA, KRAFTON, Tencent und Ubisoft an. Vieles deutet darauf hin, dass der Nations Cup ähnlich multi-titel-lastig werden könnte wie der Esports World Cup selbst. Aber welche Games am Ende wirklich auf der Bühne stehen, verrät die Foundation weiter nicht. Gerade mit Publishern wie Chess.com oder SNK steigt die Neugier, ob der Mix eher traditionell, eher Fighting Games, eher Mobile oder eher Genre-übergreifend wird.
Startpunkt ist Riyadh, November 2026 – ein Termin, der innerlich schon jetzt wie ein Auftakt zu einer Art „Esports-Olympia light“ wirkt. Gleichzeitig bleibt die politische Diskussion präsent. Saudi-Arabiens Investitionen in den Esport polarisieren seit Jahren, und die Kritik an Sportswashing flammt mit jedem neuen Projekt von Neuem auf. Auch jetzt fragen sich viele in der Community, wie sich Begeisterung für das Format mit der Unsicherheit rund um die Rahmenbedingungen vereinen lässt.
Der Nations Cup wächst damit zwar spürbar, aber er wächst in einem Spannungsfeld – zwischen echtem sportlichen Ehrgeiz und einer Debatte, die nicht verschwinden wird.