Wenige Monate nach dem holprigen Release versucht Splitgate 2, das Ruder erneut herumzureißen. Die Beta ist beendet, die Server gehen offline, und 1047 Games kündigt einen Neustart für später im Dezember an – ein kleiner Reset, der schon fast wie ein tiefes Durchatmen wirkt, bevor das Team einen neuen Versuch startet.
Ein Beta-Finale, das wie ein Wendepunkt wirkt
Die letzten Testtage liefen vom 22. bis 23. November und fühlten sich an wie ein letztes Abtasten: Party-Modi, die klassischen Arenen, das Loadout-System, Karman Station – alles wurde noch einmal durch die Hände der Community geschickt. Jetzt steht fest, dass am 4. Dezember die Beta-Season endet, inklusive Battle Pass, Ranglisten und aktiver Server. Danach wird abgeschaltet, um Platz für den Relaunch zu schaffen.
Dass dieser Schritt nötig wurde, überrascht niemanden, der die Reise des Spiels verfolgt hat. Nach dem globalen Launch war die Stimmung gemischt, teilweise frustriert. Kritik am Ranked-System, zu hohen Bundle-Preisen und einer generellen Unsicherheit, wohin das Spiel eigentlich steuert, hatte das Momentum ausgebremst. Dazu kamen Fauxpas rund um das Studio – vom CEO-Auftritt beim Summer Game Fest bis zu einem Social-Media-Debakel – und schließlich sogar interne Entlassungen, die viele Fans verunsicherten.
Umso wichtiger wirkt jetzt dieser Cut. Ein Neustart, der verspricht, die Fehler des ersten Anlaufs hinter sich zu lassen.
Kann Splitgate 2 eine richtige Esports-Bühne finden?
Der Reiz für einen kompetitiven Aufbau war immer da. Die Portal-Mechanik ist ein Skill Accelerator wie kaum ein anderer, die Arena-DNA spricht Veteranen genauso an wie FPS-Neuzugänge, und das Movement eröffnet Spielzüge, die man sonst nur aus Highlight-Clips kennt. Trotzdem blieb ein offizielles Turnier aus, seit das Spiel im Mai gestartet ist.
Die Community hat das Vakuum ein Stück weit selbst gefüllt. Events wie das Splitgate Showdown, angeführt von Creators wie Shroud, TimTheTatman oder Nadeshot, zeigten sehr klar: Interesse ist da, Spieler:innen wollen sich messen, und das Spiel kann spektakulär aussehen, wenn es klickt.
Aber für eine nachhaltige Esports-Struktur braucht es mehr als Leidenschaft. Es braucht ein stabiles Live-Spiel, klare Roadmaps und ein Entwicklerteam, das sich sichtbar an die Szene bindet. Ein erfolgreicher Relaunch könnte genau das Fundament werden, das bisher gefehlt hat.
Am Ende wird alles davon abhängen, wie Splitgate 2 aus dieser Pause herauskommt. Wenn das Studio Vertrauen zurückgewinnt und die Spieler:innen den zweiten Anlauf mittragen, liegt das Potenzial für eine echte kompetitive Zukunft greifbar nah. Wenn nicht, bleibt Splitgate 2 eines dieser Spiele, von denen man später sagt: Es hätte so groß werden können.