Esports Charts hat neue Zahlen veröffentlicht – und sie bestätigen, was viele in der Szene schon lange wissen: Kein Titel hat in der Geschichte des Esports mehr Preisgeld ausgeschüttet als Dota 2. Über 62.000 Turniere hinweg wurden weltweit mehr als 1,68 Milliarden US-Dollar an Spielerinnen und Spieler ausgezahlt, und ein großer Teil davon stammt aus Valves MOBA: insgesamt über 377 Millionen Dollar seit 2011.
Dota 2 führt das Feld deutlich an
Die Grafik von Esports Charts zeigt eine finanzielle Realität, die sich kaum wegdiskutieren lässt. Hinter Dota 2 sortieren sich andere Schwergewichte ein – Fortnite mit rund 203 Millionen Dollar, Counter-Strike 2 mit knapp 163 Millionen, League of Legends mit 122 Millionen und Arena of Valor mit 111,5 Millionen. Spannend ist dabei der Blick auf PUBG: Die Mobile-Version hat ihren eigenen PC-Vorgänger inzwischen überholt und zeigt, wie stark mobile Esport-Ökosysteme mittlerweile performen.
Für Dota bleibt der Abstand aber groß, vor allem weil das Spiel über viele Jahre eine ungewöhnliche Preisgeldmechanik hatte. The International füllte seine Turnierkassen traditionell über den Battle Pass der Community – und katapultierte die Events damit in eine finanzielle Dimension, die kein anderer Esport erreicht hat.
Ein Spitzenplatz trotz sinkender Prize Pools
Dass Dota 2 weiter oben steht, ist allerdings auch eine Bestandsaufnahme eines Systems, das sich verändert. Der Rekord aus 2021 – über 40 Millionen Dollar in einem einzigen Turnier – war das Ergebnis eines jahrelang aufgebauten Crowdfunding-Systems, das Valve inzwischen abgeschafft hat. Seit dem Wegfall des Battle Pass sank das Preisgeld rapide: 2023 lag The International bei knapp 3,4 Millionen Dollar, 2024 sogar darunter.
Für die Szene fühlt sich das wie ein neuer Abschnitt an. Die Superlative der letzten Dekade gehören der Vergangenheit an, und gleichzeitig öffnet sich eine Lücke, in die andere Esport-Titel langfristig vorrücken könnten. Je stabiler und skalierbarer ihre Szenen aufgestellt sind, desto eher schrumpft der Vorsprung, den Dota 2 über Jahre aufgebaut hat.
Langfristig wird genau das spannend zu beobachten sein: Bleibt Dota dank seiner historischen Zahlen unangreifbar? Oder beginnt jetzt eine Phase, in der Fortnite, CS2 oder sogar mobile Titel wie Arena of Valor Stück für Stück aufschließen?
Noch führt Dota 2 deutlich – aber das Rennen ist zum ersten Mal seit Jahren offen.