Die neue VCT-Saison ist noch nicht einmal gestartet, und trotzdem fühlt es sich an, als würde Riot gerade den Puls der Szene hochdrehen. Mehr Serien, klarere Weichen Richtung Champions und ein Kalender, der sich wie eine lange, nie ganz abklingende LAN-Atmosphäre liest. Von Januar bis Oktober reiht sich ein internationales Highlight ans nächste, bevor Game Changers später im Herbst seine Bühne bekommt.
Ein Jahr, das kaum Luft holt
Die Saison beginnt Mitte Januar mit dem Kickoff, der wie immer eine Mischung aus Experiment, Standortbestimmung und erster Feuertaufe ist. Danach geht es fast nahtlos weiter: Masters Santiago im Februar und März, Stage 1 direkt danach, Playoffs, Masters London, Stage 2, Season Finals – und schließlich Champions Shanghai. Die Events liegen eng aneinander, als hätte Riot bewusst jede Leerlaufzone gestrichen, um die Dramatik des Jahres konstant hochzuhalten.
Für Game Changers bleibt der vertraute Slot im späten Herbst. Auch hier wird ein neuer Champion gekrönt, nur eben mit dem Blick auf eine Community, die das Format längst als essenziellen Teil des Ökosystems betrachtet.
Championship Points als roter Faden der Saison
Das Punktesystem bleibt der Motor hinter dem Wettbewerb. Jeder Sieg in Stage 1 und 2 zählt, und die internationalen Events setzen stärkere Marker. Santiago vergibt Punkte wie ein Early-Game-Snowball, London wie ein Mid-Game-Fight, und die Season Finals entscheiden das große Endgame. Wer Champions Shanghai erreichen will, muss konstant bleiben und gleichzeitig die großen Peaks zur richtigen Zeit setzen. Es fühlt sich an wie ein langes Jahr, aber auch wie eines, in dem jeder Monat Gewicht bekommt.
Der neue Kickoff: Triple-Elimination auf der großen Bühne
Riot bringt 2026 zum ersten Mal ein Triple-Elimination-Bracket in die VCT – ein Format, das Teams mehr Raum für Anpassung gibt. Die vier Topplatzierungen von Champions erhalten einen Bye, was den Start sofort stratifiziert. Danach geht es in langen Läufen darum, Stabilität zu beweisen. Drei Teams der jeweiligen Region schaffen es nach Santiago, und zum ersten Mal wirkt der Kickoff nicht wie ein kleines Vorspiel, sondern wie ein echter Maßstab für Formkurven.
Stage 1 bleibt vertraut, aber straffer
Zwölf Teams, zwei Gruppen, ein Round Robin – nur die besten vier jeder Gruppe überleben, bevor die Playoffs die ersten Champions-Anwärter herausfiltern. Die Top drei reisen zu Masters London, das dem Sangtiago-Format folgt und früh klarmachen wird, welche Rosters die Offseason wirklich genutzt haben.
Stage 2 öffnet neue Türen
Zu den größten Neuerungen gehören die globalen Locations für die Stage-2-Playoffs. Statt immer gleichen Hallen kündigt Riot „neue Orte weltweit“ an, was nach einer Saison klingt, die tatsächlich unterwegs ist. Dazu kommt ein wichtiges Geschenk an die zweite Wettbewerbsebene: Die stärksten Challengers-Teams qualifizieren sich direkt für die Stage-2-Playoffs. Der Pfad zu Champions bekommt damit nicht nur ein neues Design, sondern auch eine andere Energie – direkter, zugänglicher und näher an der Community, die diese Teams hochgezogen hat.
Ein VCT-Jahr, das viel will – und das man so schnell nicht vergisst
Mit all den Updates wirkt 2026 wie die lauteste, dichteste und ambitionierteste VCT-Saison bisher. Die Struktur zwingt Teams, sich konstant weiterzuentwickeln, und sorgt dafür, dass Fans praktisch jeden Monat auf ein neues Kapitel zusteuern. In einem Esport, der sich immer schneller dreht, fühlt sich dieses Schedule eher wie ein großer Atemzug an – nur eben einer, der von Januar bis Oktober reicht.