NAVI sortiert sich neu – und diesmal gleich über Regionsgrenzen hinweg. Nach einem Jahr, in dem die Organisation in Ostasien mit einer japanischen Spitzenbesetzung konstant vorne mitspielte, wagt sie für die kommende Saison den Sprung nach EMEA. Der Ton der Ankündigung ist klar: Es beginnt ein kompletter Neuaufbau, und dafür sucht NAVI ein Team, das diesen Schritt tragen kann.
Ein Bruch mit einem starken Jahr in Ostasien
Dass NAVI sich nach einem frühen Saisonende trennt, fühlt sich wie ein radikaler, aber konsequenter Schritt an. Die japanische Lineup um den zweifachen Weltmeister Achapi hat das Team zuverlässig in Finals und Top-3-Platzierungen geführt; besonders das Finale der RVL Challengers League im August zeigte, wie konkurrenzfähig die Truppe war. Doch das Last-Chance-Qualifier-Aus gegen Papara SuperMassive im Oktober hat offenbar die Weichen neu gestellt.
Die Organisation verabschiedet nicht nur das gesamte Roster, sondern öffnet aktiv Bewerbungen für „starke Teams“, die 2026 unter NAVI antreten wollen. Das ist ein ungewöhnlich transparenter Move und zeigt, wie ernst NAVI die Rückkehr nach Europa nimmt. Dort wartet ein dichtes Feld aus etablierten Contendern, die gewohnt sind, sich in einem der kompetitivsten Brawl-Stars-Cluster der Welt zu behaupten.
Mehr Konkurrenz, mehr Bühne, mehr Risiko
Der Zeitpunkt für den Regionswechsel ist kein Zufall. Supercell hat die 2026er Saison früh umrissen, und mit BLAST als neuem Partner entsteht ein Ökosystem, das professioneller, präsenter und internationaler wirkt: zwei Splits, ein globaler LAN-Kalender, gesteigerte Broadcast-Tage, ein neuer Studioansatz und ein Preisgeldrahmen von zwei Millionen Dollar.
In diesem Umfeld wird EMEA größer – aber auch härter. NAVI kennt die Region aus früheren Jahren, doch das Niveau hat sich weiter verdichtet, und mit neuen Formaten wie dem Brawl Cup im Mai oder dem Last Chance Qualifier LAN im Sommer bekommen Teams zusätzliche Bühnen, aber auch zusätzliche Druckpunkte.
Während andere Organisationen ebenfalls umbauen – Casa Brawl etwa trennt sich nach einem Top-8-LCQ von seinem Lineup – setzt NAVI auf einen Total-Reset. Der Schritt wirkt strategisch: Europa bietet mehr Sichtbarkeit, mehr Rivalität, mehr Möglichkeit, eine Marke zu schärfen, die ohnehin längst global verankert ist.
Mit einem komplett neuen Roster in EMEA anzutreten, ist ein Risiko. Aber es ist eines, das zu NAVIs Identität passt: lieber neu ansetzen, als an einer starken, aber stagnierenden Struktur festzuhalten. Fans werden genau hinschauen, wer unter diesem Banner ab Januar die Server betritt – und wie schnell NAVI wieder dort landet, wo sie sich am wohlsten fühlen: weit oben im Bracket.