IEM Kraków 2026: Favoriten stolpern, Momentum kippt früh

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. BC.Game und ein IEM-Moment für s1mple
  2. Parivision bleibt im Flow
  3. Team Liquid funktioniert – auch ohne NAF
  4. Früher Druck im Lower Bracket
  5. Der Ton ist gesetzt
IEM Krakow 2026
Image credit: TeamLiquid via X

Der Start von IEM Kraków hatte direkt diesen ganz eigenen IEM-Vibe: nichts fühlt sich sicher an, selbst große Namen wackeln, und ein einziger Map-Swing kann den Ton für das komplette Turnier setzen. Während Parivision, BC.Game und Team Liquid mit Siegen in ihre Kampagnen starten, stehen andere schon nach Tag eins mit dem Rücken zur Wand.

BC.Game und ein IEM-Moment für s1mple

Alle Augen waren auf BC.Game gerichtet – nicht nur wegen des neuen Line-ups, sondern weil Oleksandr Kostyliev erstmals seit drei Jahren wieder auf einer IEM-Bühne stand. Und lange sah es nicht so aus, als würde dieses Comeback einen Happy End Moment bekommen.

Auf Overpass rannte Legacy BC.Game komplett über den Haufen, 10:2 zur Halbzeit, totale Kontrolle. Doch dann kippte das Spiel. BC.Game stabilisierte sich auf der Defense, zwang die Overtime und zog das Map-Wunder tatsächlich durch. Der 16:13-Sieg fühlte sich an wie ein Reset-Knopf.

Inferno wurde danach zur Machtdemonstration. Früh abgesetzt, kaum Fehler, und spätestens mit einem absurden 1v4-Clutch von s1mple war klar, dass dieses Match nicht mehr kippen würde. 13:1, 2:0, und aus einer drohenden Blamage wurde ein Statement.

Parivision bleibt im Flow

Frisch gebackener BLAST-Bounty-Sieger, aber HEROIC hatte offensichtlich nicht vor, Parivision einfach durchzuwinken. Inferno ging klar an das russische Line-up, Dust II ebenso klar zurück an HEROIC – ein klassischer Kraków-Start, bei dem nichts linear verläuft.

Auf Ancient zeigte Parivision dann aber, warum sie aktuell zu den gefährlichsten Teams im Feld zählen. Emil Moskvitin setzte mit konstantem Rifle-Druck den Ton, HEROIC kam nie richtig ins Spiel, 13:6. Der Lohn: Upper-Bracket-Duell gegen Aurora Gaming, und das früher als erwartet.

Team Liquid funktioniert – auch ohne NAF

Bei Team Liquid stand weniger das Ergebnis im Fokus als die Frage: Trägt dieses Line-up auch mit Stand-in? Die Antwort kam schnell.

Nuke, NiPs Map-Pick, ging überraschend deutlich an Liquid. Strukturiert, ruhig, kaum Overpeeks. Mirage sah ähnlich aus, defensiv sauber, offensiv geduldig. 2:0, kein Drama – und ein starkes Debüt von Karim Moussa im Liquid-Trikot.

Trotz des Fehlens von Keith Markovic wirkt dieses Team erstaunlich eingespielt. Gerade im Kontext der VRS-Punkte Richtung Cologne ist das ein extrem wichtiger Start.

Früher Druck im Lower Bracket

Während oben Momentum aufgebaut wird, wird es unten bereits unangenehm. GamerLegion und paiN Gaming stehen nach ihren Auftaktniederlagen früh unter Zugzwang.

GamerLegion muss nun gegen HEROIC ran – ein Team, das gegen Parivision gezeigt hat, dass es jederzeit explodieren kann. PaiN wiederum sucht gegen B8 nach Antworten, nachdem die Formkurve seit dem Austin Major sichtbar flacher geworden ist.

Der Ton ist gesetzt

IEM Kraków fühlt sich schon nach einem Tag wie ein Turnier an, das keine Aufwärmphase kennt. Comebacks passieren, Favoriten geraten ins Straucheln, und jede Series wirkt, als könnte sie Karrieren lenken – oder zumindest Turnierläufe beenden.

Tag zwei bringt die ersten echten Entscheidungen: Group-Stage-Tickets auf der einen Seite, frühe Heimreisen auf der anderen. Genau dafür ist Kraków da.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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