Age of Empires IV hat’s nicht leicht. Nach einem starken Launch und der Hoffnung auf Esport-Renaissance war schnell klar: So richtig zündet das Ganze nicht. Zu defensiv, zu statisch, kaum Turnierinfrastruktur. Viele Pros zogen sich frustriert zurück – nicht aus Langeweile, sondern weil schlicht das Fundament fehlte. Doch jetzt keimt wieder Hoffnung auf: Das SteelSeries Masters of Steel bringt AoE IV auf die LAN-Bühne – professionell produziert, international besetzt und mit 25.000 Dollar Preisgeld.
Acht Spieler, vier Tage, ein Ziel: Wer wird Master of Steel?
Vom 24. bis 27. Juli 2025 verwandelt sich Kopenhagen in den Nabel der AoE-Welt. Täglich ab 13 Uhr CEST wird auf twitch.tv/steelseries live gesendet – mit dabei: eine kleine, aber hochkarätige Auswahl an Spielerpersönlichkeiten. Eingeladen sind Beasty (Serbien) und MarineLorD (Frankreich), der als einer der besten AoE IV-Spieler überhaupt gilt. Über Qualifier schafften es zudem 1puppypaw (Kanada), VortiX (Spanien), Anotand (Belarus), Wam01 (Kanada), CsOH (China) und loueMT (ebenfalls China) ins Main Event.
Gespielt wird in zwei Gruppen – alles mit Blick auf den großen Titel. Und auch wenn die Bühne kleiner ist als bei den glorreichen Red Bull-Tagen, merkt man sofort: Hier geht’s um mehr als nur ums Gewinnen. Es geht um Relevanz.
Was bleibt vom kompetitiven AoE IV?
In Foren und Szenetalks gilt AoE IV oft als schwieriger Fall. MarineLorD, der 2024 trotzdem über 40.000 Dollar Preisgeld eingespielt hat, brachte es kürzlich auf den Punkt: Es gebe zu wenig Mikro, zu viel Boom, zu wenig Action. Siege-Units kontern andere Siege-Units – das macht’s fürs Zuschauen zäh. Wenn dann auch noch die Red Bull-Wololo-Finals bei nur knapp 60.000 Viewern verhungern, stellt sich die Frage: Warum sollte ein Publisher weiter investieren?
Und trotzdem: So ganz verschwindet AoE IV nicht. Microsoft hält die Marke aktiv, auch wenn die Turnierlandschaft wackelt. Und wenn Events wie das SteelSeries Masters of Steel beweisen, dass gute Matches, starke Persönlichkeiten und smarte Produktion immer noch ziehen, dann lohnt es sich hinzuschauen. Vielleicht nicht für einen dauerhaften Esport-Status – aber für ein Stück Legacy, das RTS verdient hat.