Rennsport war bisher der Geheimtipp für alle, die Simracing wollten, ohne dafür zu bezahlen. Realistische Fahrphysik, detailreiche Strecken und ordentlicher Esports-Spirit – alles gratis. Jetzt macht das Team eine 180-Grad-Wende und verwandelt das Racing-Game in einen klassischen Vollpreistitel. Warum dieser Schritt? Was ändert sich für Spieler? Und kann Rennsport als Kaufspiel überhaupt mithalten? Zeit, genauer hinzuschauen.
Schluss mit Gratis: Das steckt hinter dem Kurswechsel
Jetzt vor dem offiziellen Launch für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S kommt der große Umbau. Rennsport wird zum Vollpreistitel: Standard Edition für 59,99 Euro auf PC oder 69,99 Euro auf Konsole. Die Deluxe-Edition kostet 10 Euro mehr und bringt spezielle Extras mit. Battle Pass? Fällt komplett weg. Laufende Mini-Updates für kosmetische Sachen? Ebenfalls Geschichte.
Wer sich über Founder’s Packs beteiligt hat, wird nicht hängengelassen. Gold- und Platin-Backer bekommen die Standard Edition gratis, Diamond-Unterstützer erhalten die Deluxe-Version inklusive zwei geplanter DLC-Pakete. Die virtuelle Währung RENNS$ aus der Early Access-Phase bleibt erhalten und kann weiter genutzt werden.
Was wartet beim Release auf Spieler?
18 lizenzierte Autos aus verschiedenen Klassen – GT3, DTM, Prototyp-Rennserien – und 13 international bekannte Strecken sind beim Start dabei. Neue Highlights sind unter anderem der Porsche 963 und der McLaren 720S GT3 Evo 2023. Das sorgt für ordentlich Abwechslung im Fuhrpark.
Die Strecken entstehen per Laser-Scanning für maximale Genauigkeit. Bei der Fahrphysik arbeiten die Entwickler mit echten Rennfahrern zusammen – das Handling wird dadurch glaubwürdig und anspruchsvoll. VR-Support ist geplant, kommt aber erst nach dem Launch. Das Spiel basiert auf Unreal Engine 5, bringt HDR mit und bietet umfangreiche Anpassungen für Lenkräder und Setups.
Nach Release folgen weitere Fahrzeuge und Strecken über die DLC-Pakete „Endurance Classics Part 1“ und „Touring Classics Part 1“. Hier kommen vor allem legendäre Tourenwagen und Endurance-Boliden ins Spiel.
Community und Esports im Fokus
Die Community spielt von Anfang an eine zentrale Rolle. Viele Strecken entstehen mit Vorschlägen der Fangemeinde, Feedback zu Physik oder Balancing fließt regelmäßig in die Entwicklung ein. Das ist kein Marketing-Gerede, sondern wird aktiv gelebt.
Im Esports hat Rennsport schon früh Eindruck gemacht. Die R1 Spring Season 2025 brachte zwölf Top-Teams zusammen, das Finale beim Esports World Cup in Riad spülte 200.000 US-Dollar Preisgeld in die Kassen von Team Redline. Künftig sind eigene Ligen wie R2 und R3 geplant, weitere Wettbewerbe stehen auf der Roadmap.
Das Ziel ist klar: Simracing soll einen festen Platz in der globalen Esports-Szene bekommen, von Community-Events bis zu großen Masters-Turnieren.
Kritik und Reaktionen
Mit dem Wechsel zum Vollpreismodell gibt es auch kritische Stimmen. Manche finden den Preis für den Startumfang zu hoch – überschaubarer Streckenpool, wichtige Features wie VR kommen erst später. Auch die Zusatzkosten für DLCs werden hinterfragt.
Und bisher war der Weg in die Simracing-Community um ehrlich zu sein kein leichter: So richtig Popularität hat es bisher nicht erreicht. Während es nichts so wirklich falsch macht, hat es auch einfach kein Alleinstellungsmerkmal. Wenn das Spiel sich Free-to-Play nicht etablieren konnte, ist es fraglich, ob es besser wird, wenn Leute dafür zahlen müssen.
Aber: die Entscheidung, Free-to-Play zu verlassen, bringt Klarheit. Spieler wissen, was sie für ihr Geld bekommen: ein vollwertiges Racing-Spiel mit lizenzierten Autos, echten Strecken und Esports-Anbindung. Cross-Play, VR-Pläne, regelmäßige DLC-Erweiterungen und direkte Community-Beteiligung schaffen Vertrauen.