torzsi: Der AWPer im Gespräch über Reisen und Routine

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Zwischen Vorbereitung und Fanservice
  2. Emotionen unter Kontrolle bringen
  3. Cardio für den Kopf
  4. Das Reisen als Kindheitstraum
  5. Englisch durch Counter-Strike
  6. Deutschland: Köln ja, Hamburg eher nicht
torzsi im Interview
Image credit: torzsi / Photo by Linda Güster

Ádám „torzsi“ Torzsás wirkt müde, aber entspannt. Der Media Day der Intel Extreme Masters Cologne 2025, welches von der ESL FACEIT Group organisiert wurde, läuft bereits seit Stunden, das merkt man. Trotzdem nimmt sich der ungarische AWPer Zeit für ein Gespräch über das Leben als Profi, seine Englischkenntnisse und warum er Hamburg definitiv nicht weiterempfehlen würde. Am Ende wird klar: Auch nach Jahren im Geschäft bleibt vieles Routine – aber die kleinen Momente machen den Unterschied.

Zwischen Vorbereitung und Fanservice

„Ich würde nicht sagen, dass es ein völlig freier Tag ist, aber ja, irgendwie schon“, erklärt torzsi die Pause vor dem Turnierbeginn. Vorbereitung auf das nächste Spiel steht an, aber auch ein Fan-Meeting für MAUS. „Das ist süß, aber es dauert sehr lange“, sagt er mit einem Lächeln.

Die Fans wollen Aufmerksamkeit, Fotos, Gespräche. „Sie sind alle wie, oh mein Gott, hi, komm her, kann ich ein Bild mit dir machen?“ Für torzsi gehört das dazu – auch wenn es Zeit kostet, die man eigentlich für anderes nutzen könnte. Trotz langer Wartezeiten bei solchen Events, merkt man: Er ist sehr dankbar.

Emotionen unter Kontrolle bringen

Als „sehr emotionale Person“ beschreibt sich torzsi selbst. Das war nicht immer ein Vorteil. „Am Anfang war es ein bisschen nachteilig für mich als Spieler, weil ich in manchen Momenten wirklich explosiv mit meinen Emotionen sein konnte und manchmal nicht wirklich meine Wut kontrollieren konnte.“

Counter-Strike verzeiht keine emotionalen Ausbrüche. „Du musst als Spieler immer ruhig bleiben, um deinen Fokus zu behalten und dich auf deinen nächsten Zug, dein nächstes Run, deine nächste Bewegung konzentrieren zu können.“ Die Lösung war Arbeit an sich selbst. „Ich musste viel daran arbeiten und verstand, dass es nicht wirklich funktioniert, wütend über solche Sachen zu sein.“

Heute geht es nicht um das Vermeiden von Emotionen, sondern um schnelles Zurückfinden. „Natürlich wird es Momente geben, in denen ich immer noch wütend werde, aber ich habe gelernt, wie man wirklich schnell zurücksetzt. Dass ich mich einfach auf das nächste Ding konzentrieren muss.“

Cardio für den Kopf

Seine Work-Life-Balance setzt auf Bewegung. „Was ich gerne neben Counter-Strike in meiner Freizeit mache, ist manchmal, wenn ich zum Beispiel auf Turnieren bin, ins Fitnessstudio zu gehen und zu laufen. Ich denke, Cardio hilft wirklich auf der mentalen Seite von Counter-Strike und deinem allgemeinen Wohlbefinden.“

Laufen oder Radfahren – beides hilft nicht nur körperlich, sondern auch mental. Genauso wichtig: Zeit für sich selbst finden. „Ich mag es auch, manchmal allein zu sein, meine eigene Zeit zu nehmen, weil wir als CS-Spieler viel Zeit mit deinem Team verbringen, mit deinen Teamkollegen und die ganze Zeit in einem Raum. Manchmal ist es schwer, Zeit für sich selbst zu finden.“

Das Reisen als Kindheitstraum

Dass Counter-Strike ihn um die Welt führt, war nicht geplant, aber genau richtig. „Als ich ein Kind war, habe ich immer davon geträumt, um die Welt zu reisen, und auch Videospiele zu spielen war eine große Sache für mich. Beide zu kombinieren ist ein Traum für mich.“

torzsi sieht das als Privileg, das viele unterschätzen. „Ich denke, Spieler neigen dazu zu vergessen, was für ein Privileg wir haben, weil ich denke, es gibt Tausende von Menschen, die gerne in unserer Position wären, einfach Videospiele zu spielen und um die Welt zu reisen für so viel Geld.“

Die Schattenseiten existieren, aber der Blick aufs Ganze zählt. „Wir reisen zu allen Kontinenten in einem Jahr, und es ist einfach so eine erstaunliche Erfahrung, wenn du etwas Freizeit haben kannst und die Wunder der Welt manchmal sehen kannst.“

Englisch durch Counter-Strike

Sein Englisch hat torzsi in der Schule gelernt – „sieben Jahre lang“ – dann aber erst bei MAUS wieder richtig angewandt. „Ich habe es grundsätzlich drei Jahre lang nicht benutzt, bevor ich zu MAUS kam. Aber ich bin seit fast vier Jahren hier. Seitdem wurde mein Englisch immer besser.“

Perfektion ist nicht das Ziel. „Natürlich habe ich manchmal viele Probleme mit meinem Englisch, aber ich kann alles verstehen und kann über alles ein ordentliches Gespräch führen. Manchmal ist es nicht ganz richtig, wie ich den Satz zusammenstelle, aber es ist okay, wenn sie mich verstehen.“

Deutschland: Köln ja, Hamburg eher nicht

Nach mehreren Deutschland-Besuchen hat torzsi klare Präferenzen entwickelt. Hamburg, wo das Team oft trainiert, bekommt sein Urteil ab: „Es regnet dort immer.“ Auf die Frage, ob er Hamburg empfehlen würde, ist die Antwort eindeutig: „Nein. Es regnet immer.“

Köln dagegen überzeugt. „Ich mag Köln hier wirklich, ich denke, die Aussicht ist wirklich schön, mit der Kathedrale. Das ist wahrscheinlich eine der schönen Sachen, die ich in Deutschland gesehen habe.“

Was nach Currywurst und Döner gefragt wurde, bleibt unbeantwortet – aber Köln hat einen neuen Fan gewonnen.

Transparenzhinweis: Die im Artikel verwendeten Zitate stammen aus einem englischsprachigen Gespräch und wurden sinngemäß ins Deutsche übertragen.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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