IOC Esports Chef im Clinch: Familie kassiert, er entscheidet

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Familie Ng und das Taekwondo-Business
  2. IOC spielt auf unschuldig
  3. Was das für 2027 bedeutet
Ng Ser Miang, Esports Chef der IOC, hier im grünen T-Shirt
Image credit: Jordan Tan / Shutterstock.com

Ng Ser Miang, der Mann der für die Olympischen Esports Games 2027 in Riad verantwortlich ist, steckt in der Klemme. Seine Familie macht Kohle mit Virtual Taekwondo, er entscheidet über die Spielauswahl für die Olympics. Riecht nach Interessenkonflikt, findet auch eine Londoner Kanzlei, die bei der IOC-Ethikkommission Beschwerde eingereicht hat. Das IOC sagt natürlich: alles transparent, alles korrekt. Klar, wird schon stimmen.

Familie Ng und das Taekwondo-Business

Die Geschichte ist simpel: Virtual Taekwondo gilt als Favorit für 2027. Gemacht von Refract Technologies, ein Drittel der Firma gehört Pearl Trust unter Ng Chong Geng – Sohn von Ng Ser Miang. Der Sohn ist Alleinaktionär und Geschäftsführer, die Tochter Ng Xuan Hui mischt auch mit.

Ng Ser Miang ist nicht irgendwer im IOC-Zirkus. Ex-Vizepräsident, aktuell Chef des Lenkungsausschusses für Esports Games, Ehrenpräsident von World Taekwondo. Viele Hüte, viele Entscheidungen, Familie profitiert. Riecht komisch.

Das ist auch nicht das erste Mal. Bei der Singapore Olympic Esports Series gab’s schon ähnliche Vorwürfe. 2023 kassierte er einen Verweis und Bußgeld wegen angeblicher Einflussnahme bei einer World Sailing-Wahl. Das Muster ist erkennbar.

IOC spielt auf unschuldig

Das IOC weist alles zurück. Ng habe „sämtliche Offenlegungspflichten erfüllt“, alle geschäftlichen Verbindungen seien gemeldet. Die Entscheidung treffe das Exekutivboard, nicht Ng persönlich. Klassische Abwehrhaltung: formal korrekt, moralisch fragwürdig.

Die Londoner Kanzlei sieht das anders und fordert Ngs Entfernung aus allen eSports-relevanten Komitees. Der Mandant bleibt anonym – aus Angst vor Repressalien. Das sagt auch was über die IOC-Kultur aus.

Die Esports-Community ist gespalten. Manche fordern mehr Transparenz, andere sagen: Familienverbindung allein ist noch kein Beweis. Auf Social Media wird emotional diskutiert. Am Ende zählt: Kommen die besten Spiele ins Programm oder entscheiden familiäre Interessen?

Was das für 2027 bedeutet

Virtual Taekwondo im Olympic-Programm wäre jetzt toxisch – egal wie gut das Spiel ist. Der Eindruck von Vetternwirtschaft klebt dran. Für ein Event, das Esports legitimieren soll, ist das Gift.

Sponsoren schauen genau hin. Unternehmen investieren nur bei glaubwürdigen, fairen Bedingungen. Bleibt der Interessenkonflikt-Schatten, könnten wichtige Partner abspringen oder andere Wege suchen.

Das IOC muss jetzt klare Leitlinien schaffen: verpflichtende Offenlegungen, Rotationsprinzipien, externe Kontrollen. Sonst wird aus dem Esports-Olympics-Traum ein PR-Alptraum.

Die Vorwürfe gegen Ng Ser Miang kommen zur denkbar schlechtesten Zeit – zwei Jahre vor der Esports-Olympics-Premiere. Das IOC kann jetzt Transparenz schaffen oder weiter mauern. Die zweite Option wird teuer.

Die Glaubwürdigkeit der Olympischen Esports Games 2027 hängt am seidenen Faden. Nicht wegen der Spiele oder Teams, sondern wegen alter Männer in Anzügen, die nicht kapieren, dass Transparency im Gaming alles ist. Willkommen im modernen Esports, IOC.

IOC-Esports-Chef Ng Ser Miang unter Druck wegen Interessenkonflikten. Familie profitiert von Virtual Taekwondo vor Olympischen Esports Games 2027.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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