Ein alter Clip, drei Jahre alt, bringt Dawid „PROFEK“ Święc im Sommer 2025 ins Zentrum einer Debatte. Darin hört man den heutigen VALORANT-Profi in einem Ranked-Match beleidigend, sexistisch und rassistisch sprechen – dazu ein respektloser Kommentar über Atatürk. Der Clip ging viral, vor allem in der türkischen Community, und die Frage stand sofort im Raum: Kann so jemand weiter ungestört auf der Bühne stehen?
Riot zieht eine Linie
Riot leitete eine Untersuchung ein. Am Ende stand ein nüchternes Ergebnis: keine Strafe. Begründung: 2022 war PROFEK kein Profi, nicht Teil einer Liga, der Code of Conduct griff nicht. Aus Sicht von Riot gab es deshalb keine Handhabe. Rein formal war die Sache damit erledigt, doch in der Szene blieb das Gefühl, dass diese Entscheidung mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet.
Ein Statement, viele Reaktionen
PROFEK selbst meldete sich mit einer öffentlichen Entschuldigung. Er sprach davon, dass die Aussagen nicht mehr seinen heutigen Werten entsprechen, dass er Respekt vor Atatürk und der türkischen Community habe. BBL Esports stellte sich hinter ihn. In den Kommentaren zeigte sich aber schnell, wie gespalten die Community ist. Manche sagten: Mit 17 solche Worte benutzen heißt, dass man keine Bühne verdient. Andere betonten, dass Fehler aus der Jugend nicht für immer gelten sollten.
Was der Fall zeigt
Der Vorfall um PROFEK ist mehr als ein Einzelfall. Er macht sichtbar, wie sehr Esport auch von seiner Kultur lebt. Alte Clips verschwinden nicht, sie können jederzeit zurückkommen und Karrieren erschüttern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob junge Spieler die Chance auf einen Neuanfang verdienen. Riot hat mit seiner Entscheidung eine Grenze gezogen. Doch wie die Szene damit umgeht, bleibt eine offene Diskussion – über Verantwortung, Vergebung und die Werte, für die Esport stehen soll.