Das Kapitel Worlds 2025 ist für FNATIC vorbei – und zwar so früh wie seit Jahren nicht mehr. Nach der 1:2-Niederlage gegen Movistar KOI scheidet das LEC-Team aus und liefert damit sein schlechtestes Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft seit 2021. Die Stimmung im Team ist entsprechend düster, die Reaktionen offen und schonungslos.
„Veränderungen werden kommen müssen“
Headcoach Fabian „GrabbZ“ Lohmann meldete sich auf X mit ehrlichen Worten: „Sorry. Veränderungen werden kommen müssen. Nach vielen, vielen Gesprächen schien das am Ende einfach unser Level zu sein. Danke an alle, die in den letzten Monaten ihre Zeit und Energie investiert haben – und zumindest Fnatics Worlds-Streak gerettet haben.“
Wenig später folgte ein zweiter Post, der noch persönlicher war: „Vergesst nicht, dass meine Spieler und mein Staff Menschen sind, die die letzten zehn Monate versucht haben, ihr bestes Level zu erreichen. Richtet eure Wut oder Enttäuschung auf mich, ich trage die Verantwortung. Wenn ich zurück in Deutschland bin, mache ich einen langen Stream – ihr könnt Fragen stellen oder mich flamen. Danke an alle unsere Fans.“
GrabbZ, der schon in seiner Zeit bei G2 als einer der reflektiertesten Coaches der Szene galt, zeigt hier eine Mischung aus Selbstkritik und Loyalität. Kein Schönreden, kein Fingerzeigen – nur der Versuch, Verantwortung zu übernehmen und Druck von seinen Spielern zu nehmen.
Ein Assistent platzt der Kragen
Deutlich weniger zurückhaltend äußerte sich Co-Trainer Pablo „Gaax“ Pérez. Auf Spanisch schrieb er: „Wir haben ein erbärmliches Turnier gespielt. Uns fehlen die grundlegenden Strukturen, um auch nur ein halbwegs anständiges Spiel zu machen. Ich habe bei dieser Weltmeisterschaft 100 % gegeben, aber das zählt nicht, wenn nicht alle gleichermaßen engagiert sind. Ich bin sprachlos – es ist eine absolute Schande.“
Ein Kommentar, der polarisiert. Unter seinem Post reagierte ein Fan mit klaren Worten: „Schmutzige Wäsche wird zu Hause gewaschen. Jetzt nach einem weiteren beklagenswerten Jahr mit Kritik zu kommen, ergibt keinen Sinn. Wenn du Trainer bist, bist du einer derjenigen, die dafür sorgen müssen, dass alle Spieler gleichermaßen engagiert sind.“
Ein Team am Scheideweg
Hinter den Kulissen dürfte es bei FNATIC nun unruhig werden. Schon in der LEC-Saison hatte das Team mit schwankender Form und inkonstanten Leistungen zu kämpfen. Das frühe Aus bei den Worlds ist nun der Tiefpunkt – und wohl der Startschuss für tiefgreifende Veränderungen.
„Veränderungen werden kommen müssen“, sagte GrabbZ – und diesmal wirkt es nicht wie eine Floskel. FNATIC steht vor einem Umbau, vielleicht auch vor einer Neuausrichtung. Der Traditionsklub, der einst Europas Stolz auf der internationalen Bühne war, hat sein Fundament verloren.
Ob GrabbZ, Gaax oder die Spieler bleiben, ist noch offen. Sicher ist nur: Nach diesem Worlds-Aus reicht ein einfacher Neustart nicht mehr – FNATIC braucht eine echte Kurskorrektur.