Eigentlich hätte die Hymne zu den League of Legends Worlds 2025 längst Premiere feiern sollen. Doch drei Tage vor Release stoppte Riot Games den Plan für die Worlds 2025 Anthem – wegen einer Entscheidung, die einmal mehr zeigt, wie eng Esport und öffentliche Wahrnehmung inzwischen miteinander verflochten sind.
Letzte Änderungen am Musikvideo
Riot bestätigte, dass das Musikvideo in letzter Minute überarbeitet wird, nachdem Gabriël „Bwipo“ Rau aus dem finalen Schnitt entfernt wurde. Der Belgier sollte ursprünglich als Vertreter der Americas im Video auftauchen – doch nach seinen umstrittenen Kommentaren über Frauen im Esport entschied das Unternehmen, ihn nicht länger Teil des Projekts sein zu lassen.
„Das ist keine Sanktion oder sportliche Strafe“, betonte Riot im Statement. „Es geht darum, wie wir unseren Sport und unsere Community auf globaler Bühne repräsentieren wollen.“
Der Entschluss hatte allerdings Folgen: Durch Bwipos Entfernung musste das gesamte Segment überarbeitet werden. Das führt dazu, dass die Americas-Region im diesjährigen Anthem nicht mehr auftaucht.
Reaktionen aus der Community
Die Meinungen dazu könnten kaum unterschiedlicher sein. Viele lobten Riot für den klaren Umgang mit dem Thema und die Entscheidung, Haltung zu zeigen. Andere kritisierten den Schritt als überzogen – und fragten, warum eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen werde.
Einige Fans verwiesen auf Riots eigene Partnerschaften, etwa mit der Esports World Cup Foundation, und sprachen von „Doppelmoral“. Die Diskussionen zeigen, wie sensibel das Thema Repräsentation in einem globalen Esport geworden ist – besonders dann, wenn ethische Werte und wirtschaftliche Interessen aufeinandertreffen.
Bwipo und die Folgen
Bwipo selbst war seit Jahren eines der bekanntesten Gesichter der westlichen Szene. Er war ein Spieler, der für Offenheit und Meinung stand, manchmal auch für Provokation. Doch seine jüngsten Aussagen, darunter die viel zitierte Bemerkung über Frauen im Wettbewerb, sorgten für massive Kritik und führten dazu, dass FlyQuest ihn vorerst auf die Bank setzte. Zwar entschuldigte sich Bwipo später, doch der Schaden war angerichtet.
Für Riot war die Entscheidung, ihn aus dem Anthem zu entfernen, eine klare symbolische Linie: Wer die Bühne des Esport repräsentiert, muss auch dessen Werte tragen.
Ein verspäteter Song mit Signalwirkung
Der Worlds-Anthem gehört für viele Fans zu den emotionalsten Momenten des Jahres – musikalisches Aushängeschild und symbolischer Auftakt der Weltmeisterschaft. Dass er dieses Jahr verspätet kommt, ist mehr als eine logistische Notiz: Es ist ein Statement.
Wenn der Song am 13. Oktober erscheint, wird er nicht nur das 15-jährige Jubiläum von League Esports feiern, sondern auch den Balanceakt zwischen Haltung, Verantwortung und öffentlicher Wahrnehmung in einem Spiel, das längst mehr als nur ein Spiel ist.