Die schwedische Esports-Szene erlebt ein leises Beben: Ludwig Sandgren, Gründer und ehemaliger Besitzer von GODSENT, hat sich nach der Insolvenz seiner Organisation zu Wort gemeldet – und spart dabei nicht mit Kritik.
Zwischen Insolvenz und Abschied
Im September wurde bekannt, dass GODSENT Insolvenz anmelden musste. Der Auslöser: finanzielle Schwierigkeiten nach dem Verlust eines wichtigen Sponsors. Am 3. November bestätigte Sandgren die Berichte offiziell – und verkündete gleichzeitig seinen Rückzug aus der Esports-Branche.
In einem LinkedIn-Post äußerte er deutliche Zweifel an der Zukunft der Marke, die er 2016 aufgebaut hatte: „Ich bin nicht glücklich damit, wie das Bieterverfahren gehandhabt wurde“, schrieb er. „Internationale, professionelle Interessenten, mit denen ich in Kontakt stand, wollten GODSENT übernehmen. Sie wurden aber nie kontaktiert oder zum Bieten eingeladen.“
Ein Verkauf mit fadem Beigeschmack
Laut Sandgren habe es mehrere ernsthafte Angebote gegeben, die nie berücksichtigt wurden. Stattdessen sei GODSENT an eine Partei verkauft worden, die seiner Meinung nach „keine relevanten Erfahrungen oder Ressourcen im Esport“ besitzt.
„Wir haben uns in gutem Glauben gemeldet und angeboten, die Marke für mehr Geld zurückzukaufen, als letztlich bezahlt wurde“, so Sandgren weiter. „Doch der neue Eigentümer weigert sich, zu kommunizieren.“
Für viele langjährige Fans von GODSENT ist das ein bitterer Moment. Die Organisation galt als eine der prägenden Marken im schwedischen Esport – besonders in Counter-Strike. Mit Siegen bei Events wie WePlay Forge of Masters Season 2 im Jahr 2019 und einer Reihe talentierter Line-ups hatte sich GODSENT international einen Namen gemacht.
Ungewisse Zukunft
Was nun folgt, steht in den Sternen. Der offizielle X-Account der Organisation ist seit Januar verstummt, die Social-Media-Präsenz praktisch eingefroren. Auch die Pläne, mit dem ehemaligen Bad News Eagles-Line-up in Counter-Strike zurückzukehren, verliefen im Sand.
Ob der neue Besitzer tatsächlich einen Neustart wagt oder GODSENT langsam aus der Szene verschwindet, bleibt offen. Für Sandgren ist das Kapitel jedenfalls geschlossen – für viele in der Community aber wohl noch lange nicht.