Kaum ein Studio polarisiert aktuell so stark wie SNK. Der traditionsreiche Fighting-Game-Entwickler, seit 2023 mehrheitlich im Besitz der saudischen MiSK Foundation, hat auf der DreamHack Atlanta das nächste SNK World Championship angekündigt – mit einem Preisgeld, das die Szene erneut staunen lässt: 4,1 Millionen US-Dollar.
Ein Preisgeld, das alles sprengt
Wie schon in der aktuellen Saison soll die enorme Summe auf vier Spiele verteilt werden: Fatal Fury: City of the Wolves erhält mit 2,5 Millionen US-Dollar den größten Anteil, gefolgt von The King of Fighters XV (1 Million), Samurai Shodown (500.000) und Art of Fighting 3 (100.000).
Damit setzt SNK das gleiche Preisgeld wie im Vorjahr an – und übertrifft damit erneut die größten Rivalen im Fighting-Game-Bereich. Zum Vergleich: Capcoms Street Fighter 6 World Tour kommt auf rund 1,28 Millionen US-Dollar, Tekken World Tour auf 300.000, und Mortal Kombat 1 blieb zuletzt bei 200.000 US-Dollar.
Noch 2024 lag das Preisgeld der SNK World Championship bei gerade einmal 41.000 US-Dollar – ein Jahr später also ein hundertfacher Sprung, den viele in der Community skeptisch sehen.
Prestige oder PR-Aktion?
Mit der Rückkehr von Fatal Fury nach über 25 Jahren, einem massiven Marketing-Budget und Kooperationen mit Prominenten wie Cristiano Ronaldo und DJ Salvatore Ganacci will SNK offenbar beweisen, dass man zu den ganz Großen gehört. Doch das Interesse scheint überschaubar: Auf Steam erreichte Fatal Fury: City of the Wolves zum Launch gerade einmal 188 gleichzeitige Spieler.
Trotz dieser Zahlen hält das Unternehmen an seiner Expansionsstrategie fest. Neben dem neuen Turnier kündigte SNK Ende 2024 die Gründung von KOF Studio an – einer internen Einheit, die das Fighting-Game-Erbe weiterentwickeln soll. Außerdem arbeitet das Studio laut eigenen Angaben an einem neuen Art of Fighting, dem ersten seit 1996.
Das saudische Erbe
Seit der Übernahme durch die MiSK Foundation hält Saudi-Arabien 96,18 Prozent an SNK. Die Investition ist Teil einer größeren Kulturstrategie, die darauf abzielt, Gaming und Esports als Soft-Power-Instrument zu etablieren.
Dass SNK nun erneut mit einem Rekordpreisgeld Schlagzeilen macht, passt ins Bild – doch die Frage bleibt, ob gigantische Summen allein ausreichen, um eine Fighting-Game-Szene zu beleben, die in erster Linie von Leidenschaft, Fairness und Community lebt.