T1 vs. KT Rolster: Das Worlds-Finale der Superlative

Linda Güster
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Inhaltsverzeichnis
  1. Der Ursprung des „Telecom War“
  2. Zwei Wege, die unterschiedlicher kaum sein könnten
  3. Geschichte schreibt sich neu
T1 gegen KT Rolster bei den Worlds 25
Image credit: Riot Games

Es ist das Finale, das niemand kommen sah – und genau deshalb spricht die ganze Szene darüber. Beim League of Legends World Championship in Chengdu stehen sich ausgerechnet zwei alte Rivalen gegenüber: T1 und KT Rolster. Beide kommen aus der LCK, beide haben Geschichte geschrieben – aber nur einer wird am 9. November die Trophäe in die Höhe stemmen.

Der Ursprung des „Telecom War“

T1 gegen KT – das ist mehr als nur ein Spiel. Es ist eine Rivalität, die tief in die DNA des koreanischen Esports eingraviert ist. Der „Telecom War“ begann nicht in League of Legends, sondern in StarCraft, als SK Telecom T1 und KTF MagicNs Anfang der 2000er Jahre regelmäßig um Titel kämpften.

Seitdem hat sich vieles verändert, doch das Grundgefühl ist geblieben. T1, mittlerweile das Aushängeschild von SK Telecom, hat fünf Weltmeisterschaften gewonnen – mehr als jedes andere Team. KT Rolster dagegen war lange der ewige Verfolger: stark, traditionsreich, aber immer knapp vorbei. 2025 könnte sich das ändern. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins steht KT im Worlds-Finale – und das ausgerechnet gegen den größten Rivalen.

Zwei Wege, die unterschiedlicher kaum sein könnten

KT Rolster hat sich in Chengdu als echtes Überraschungsteam entpuppt. Nach einer souveränen 3:0-Swiss-Stage-Serie legte das Team im Viertelfinale gegen CTBC Flying Oyster nach – und eliminierte dann in einem spektakulären 3:1 den Favoriten Gen.G, den LCK-Erstplatzierten und MSI-Champion.

Besonders Midlaner Gwak „Bdd“ Bo-sung glänzte mit einem dominanten Auftritt und einer KDA von 24/9/24. Für ihn ist es die erste Worlds-Finalteilnahme seiner Karriere – und der Moment, in dem er sich endgültig in die Hall of Fame spielen könnte.

Auf der anderen Seite steht T1 – das Team, das nie wirklich geht, sondern immer wieder zurückkommt. Als LCK-Viertplatzierter ins Turnier gestartet, kämpfte sich das Line-up um Lee „Faker“ Sang-hyeok mit Ach und Krach durch die Swiss Stage. Doch im K.-o.-Baum drehte T1 wieder auf: ein 2:0 gegen KOI, ein Fünf-Game-Drama gegen Anyone’s Legend und ein 3:0 über Top Esports – der 13. ungeschlagene Bo5 gegen chinesische Teams in der Worlds-Geschichte.

Geschichte schreibt sich neu

Wer T1 kennt, weiß, dass sie im entscheidenden Moment fast immer die Nerven behalten. Wer KT verfolgt, spürt, dass diesmal etwas anders ist. Die beiden standen sich zuletzt in der LCK 2025 gegenüber, wo KT 2:0 gewann – ein seltener Triumph. Trotzdem spricht die Statistik mit vier Siegen aus den letzten fünf direkten Duellen klar für T1.

Wenn sich am 9. November die Arena in Chengdu füllt, geht es nicht nur um einen Titel. Es geht um eine ganze Ära. T1 will den Hattrick und die sechste Weltmeisterschaft für Faker – ein Rekord, der wohl für Jahrzehnte bestehen würde. KT Rolster dagegen kann sich endlich von seiner Geschichte als „Fast-Team“ lösen und selbst zum Mythos werden.

Egal wer gewinnt – dieses Finale wird als das größte Kapitel im „Telecom War“ in Erinnerung bleiben.

Linda Güster

Journalistin
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Linda Güster ist leidenschaftliche Gamerin und als Teil des Freelance-Teams bei ESI immer am Puls der eSports-Szene. Ob knallharte Dota 2-Matches, nervenaufreibende Survival-Abenteuer in Subnautica oder entspannte Stunden mit Cozy Games wie Stardew Valley — sie liebt die ganze Bandbreite des Gaming-Universums. Abseits davon bringt sie als Software-Entwicklerin und Freelancerin ihr Können in die Welten von Technologie, Mode, Finanzen und iGaming ein, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und spannenden Projekten.
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