Ein neuer Champion erhebt sich in den Summoner’s Rift – und diesmal ist es einer, auf den die Community schon lange gewartet hat. Zaahen, the Unsundered, wurde von Riot Games offiziell für Patch 25.23 angekündigt und soll die Riege der Darkin erweitern. Seine Ankunft markiert den ersten neuen Champion seit Monaten – und er bringt gleich mehrere Besonderheiten mit.
Ein Darkin, der nicht gefallen ist
Zaahen ist kein klassischer Dämon in Waffengestalt. Laut Riots Lore überlebte er als einer der wenigen Darkin den Sog der Verderbnis. Einst ein stolzer Krieger aus Shurima, kämpfte er gegen die Dunkelheit seiner eigenen Art und ließ sich schließlich selbst versiegeln, um nicht wie sie zu verfallen. Seine Geschichte verbindet Shurima, Ionia und die Kinkou-Ordnung zu einem epischen Kapitel, das League-Veteranen sofort an alte Konflikte erinnert – von der Darkin War bis zu den Kämpfen rund um die Aspects of Twilight.
Im neuesten Cinematic, das Riot kurz nach dem Worlds-Finale veröffentlichte, wird klar: Xin Zhao opfert sich, um Zaahens Wirt zu werden. Der Moment knüpft direkt an frühere Lore-Events an und erklärt, warum der neue Champion trotz Darkin-Herkunft nicht als Schurke, sondern als tragische Figur eingeführt wird.
Zähe Kämpfe statt Burst Damage
Gameplayseitig ist Zaahen als Toplaner konzipiert – ein klassischer Bruiser, der mit jedem Schlag stärker wird. Laut Blake “Squad5” Smith, Lead Gameplay Designer, richtet sich der Champion an Spieler, die ausdauernde Kämpfe lieben. Je länger ein Fight dauert, desto mehr Determination sammelt Zaahen über seine Passive. Bei voller Leiste entfesselt er Bonus-Schaden und kann sich sogar wiederbeleben.
Seine Fähigkeiten drehen sich um konstantes Dranbleiben und Raumkontrolle. Er kann Gegner zu sich ziehen, Flächenangriffe einsetzen und mit jeder Interaktion Lebenspunkte regenerieren. Wer ihn spielt, muss Geduld und Timing beherrschen – wer gegen ihn spielt, sollte wissen, wann es Zeit ist, zurückzuweichen.
Das steckt im Kit
Zaahens Passive – Cultivation of War sorgt dafür, dass seine Angriffe und Fähigkeiten Stapel von Determination aufbauen. Mit voller Energie wird er stärker und kann sich nach einem Kill oder Knockout erheben.
Mit The Darkin Glaive (Q) schwingt er doppelt zu, heilt sich und kann mit einem Recast Gegner in die Luft schleudern. Dreaded Return (W) verletzt und zieht Gegner an, während Aureate Rush (E) ihn nach vorne schnellen lässt, und um sich herum Schaden verursacht. Sein Ultimate – Grim Deliverance (R) ist ein vertikaler Angriff, bei dem er aufsteigt, herabstößt und Flächenschaden verursacht – inklusive Heilung für einen Teil des verursachten Schadens.
Riot beschreibt ihn als „Fighter, der Momentum braucht“. Das bedeutet: Je länger er im Duell bleibt, desto gefährlicher wird er.
Zwischen Aatrox und Xin Zhao: Wie Zaahen entstand
In einem Q&A mit Blake “Squad5” Smith, dem Lead Gameplay Designer von Riot Games, wird schnell klar, dass Zaahen kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis einer sehr bewussten Designentscheidung. Von Beginn an sollte er ein Champion für Spieler sein, die Geduld und Timing schätzen – jene, die nicht nach Burst Damage suchen, sondern in langen, zähen Fights ihre Stärke ausspielen wollen. „Wir wollten einen Toplaner erschaffen, der sich mit jedem Schlag lebendiger anfühlt, der in einem Kampf nicht schwächer, sondern gefährlicher wird“, erklärt Smith. Inspirationen kamen dabei von Xin Zhao und den bisherigen Darkin, allen voran Aatrox, doch das Ziel war kein Ersatz oder Remake. „Zaahen sollte vertraut wirken, aber eine eigene Identität haben. Ein Champion, der sich anfühlt wie ein Darkin – nur diesmal einer, der die Dunkelheit überlebt hat.“
Das spiegelt sich besonders in seinem Gameplay wider. Zaahen folgt einem „ramping“ Kampfstil, der auf Durchhaltevermögen setzt: Je länger er im Gefecht bleibt, desto stärker wird er, bis er einen Punkt erreicht, an dem er entweder den Kampf wendet oder sich sogar aus dem Tod erhebt. „Das Entscheidende ist das Timing“, sagt Smith. „Ich habe Spieler gesehen, die zu früh zurückweichen, obwohl sie kurz davor waren, ihre volle Passive zu aktivieren. Und andere, die zu lange drinbleiben und sich überschätzen. Zaahen verzeiht beides nicht.“ Wer ihn meistert, muss also lesen können, wann der Moment gekommen ist, das Duell zu entscheiden – und wann es besser ist, kurz loszulassen, um wieder Momentum aufzubauen.
Die Kunst des Designs
Auch die Gegenseite hat Smith im Blick: „Kite Zaahen. Er hat keine besonders gute Möglichkeit, an Zielen dranzubleiben. Wenn du siehst, dass er seine Passive auflädt, geh raus, zwing ihn, sie zu verlieren, und starte den Kampf neu.“ Diese Art von Gegenspiel sei laut Smith gewollt – Riot habe Wert darauf gelegt, dass Zaahen stark, aber nicht unfair wirkt.
Ein oft diskutierter Punkt im Designprozess war seine Wiederbelebung, die viele Fans an Aatrox erinnert. Smith schmunzelt über den Vergleich: „Ja, das kam ständig auf. Aber Zaahens Revive funktioniert anders. Es ist keine alte Aatrox-Kopie, sondern eine Mechanik, die mit seinem ganzen Kampfsystem verknüpft ist – nachhaltiger, kontrollierter, sinnvoller. Sie gehört zu ihm, weil sie sich verdient anfühlt.“
Zaahen ist damit nicht nur ein neuer Champion, sondern auch eine Rückkehr zu Riots Wurzeln: ein Charakter, der sich in seiner Lore, seiner Mechanik und seinem Spielgefühl zu einem Ganzen fügt – für alle, die nicht blenden, sondern überdauern wollen.
Lore, Event und Release
Zaahen war einst ein Verbündeter der Kinkou-Ordnung in Ionia und kämpfte Seite an Seite mit Kennen, Yunara und dem damaligen Eye of Twilight. Er war es, der ihnen beibrachte, wie man Darkin in Waffen bannen kann – eine Fähigkeit, die später das Schicksal mehrerer Champions prägte. Doch aus Angst, selbst der Korruption zu verfallen, ließ er sich freiwillig im Temple of Twilight einschließen.
Nun kehrt er zurück – und bringt nicht nur neues Gameplay, sondern auch ein Stück alte Runeterra-Geschichte mit.
Zaahen wird ab dem 10. November auf dem Public Beta Environment spielbar sein, bevor er mit Patch 25.23 am 19. November um 11 Uhr PDT offiziell veröffentlicht wird. Gleichzeitig aktiviert Riot die neue Winter Map, die visuell und atmosphärisch frischen Wind in die Rift bringt.
Für europäische Server gilt: 19 Uhr GMT (EUW) und 20 Uhr CET (EUNE).
Der nächste Schritt nach Worlds
Dass Riot weitere Details über Zaahen im Worlds-Finale zwischen KT Rolster und T1 enthüllte, ist kein Zufall. Executive Producer Paul “Pabro” Bellezza sprach mit Laure Valée live auf der Bühne über das neue Update – und bestätigte, dass die Zukunft von League of Legends wieder stärker mit der eigenen Lore verknüpft werden soll.
Mit Zaahen beginnt ein neues Kapitel für die Rift: einer, der nicht nur kämpft, um zu überleben, sondern um die Dunkelheit in sich selbst zu bezwingen.