Fnatic greift in der Offseason erneut ins Tier-two-Regal und holt Panagiotis ‘Empryos’ Tantis für die kommende LEC-Saison ins Line-up. Der griechische Toplaner kommt aus der LFL, wo er sich über Monate hinweg als stabiler, mutiger Laner mit klarer Identität gezeigt hat – und bekommt nun seine Chance auf Europas größter Bühne.
Der Wechsel wurde Mitte Dezember offiziell gemacht und ist Teil eines größeren Umbruchs, mit dem Fnatic den nächsten Anlauf starten will. Für Empryos ist es der logische nächste Schritt nach einem Jahr, in dem er konstant geliefert hat, ohne je wirklich im Rampenlicht zu stehen.
Von der LFL auf die große Bühne
Empryos verbrachte das vergangene Jahr bei Gentle Mates und war dort fester Bestandteil eines Line-ups, das in der französischen Liga regelmäßig tief in die Playoffs kam. Zwei dritte Plätze in Spring und Summer, dazu ein Top-8-Finish bei den EMEA Masters – keine Titel, aber genug Beweise dafür, dass er mehr kann als nur mithalten.
Für viele LEC-Fans ist der Name neu, für Szene-Beobachter eher nicht. Schon früher, damals noch unter dem Namen Jaxplank, fiel Empryos durch sauberes Laning und ein gutes Gefühl für Matchups auf. Jetzt wird dieses Profil auf ein ganz anderes Level gehoben.
Wiedersehen mit Vladi
Besonders spannend ist die Personalie auch wegen eines alten Bekannten. In Fnatic trifft Empryos erneut auf Vladimir ‘Vladi’ Kourtidis, mit dem er bereits in der NLC gespielt hat. Damals war es kein großes Storyline-Projekt, eher solides Tagesgeschäft. Heute bringt dieses Wiedersehen eine andere Gewichtung mit sich – mehr Erfahrung, mehr Erwartung, mehr Druck.
In seinem ersten Statement als Fnatic-Spieler klang Empryos selbstbewusst, aber nicht abgehoben. Er spricht offen davon, sich mit den besten Toplanern messen zu wollen, davon, als Rookie zur Weltmeisterschaft zu fahren, und davon, gemeinsam zu gewinnen und zu verlieren. Keine großen Phrasen, eher der Ton eines Spielers, der weiß, dass er noch beweisen muss, warum er hier steht.
Ein weiterer Baustein im Fnatic-Umbau
Der Transfer ist Teil einer Offseason, in der Fnatic sichtbar an den Stellschrauben dreht. Kurz zuvor hatte sich die Organisation von Midlaner Poby getrennt, um Platz für neue Strukturen zu schaffen. Nach einer Saison mit soliden LEC-Platzierungen, aber wenig internationaler Durchschlagskraft, sucht Fnatic nach frischer Energie und klareren Rollen.
Das vergangene Jahr zeigte, dass das Team noch immer zur europäischen Spitze gehören kann, aber auch, wie schmal der Grat ist. Der enttäuschende Worlds-Auftritt blieb hängen, nicht wegen der Niederlagen allein, sondern wegen der fehlenden Antworten.
Mit Empryos holt Fnatic keinen fertigen Star, sondern einen Spieler, der sich entwickeln soll – und muss. Ob er den Sprung von der LFL in die LEC dauerhaft tragen kann, wird sich schnell zeigen. Das Potenzial dafür bringt er mit.